Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 012 - 19.02.2004

Unternehmen müssen gesellschaftlicher Verantwortung gerecht werden

Der DGB Niedersachsen warnt die Koalitionsfraktionen von CDU und FDP im niedersächsischen Landtag vor einer ablehnenden Haltung gegenüber einer Ausbildungsplatzumlage.

Der DGB-Bezirksvorsitzende Hartmut Tölle sagte: "Es geht um die Zukunft von Zehntausenden von jungen Menschen. Die ablehnende Haltung von CDU und FDP zeugt von Zynismus gegenüber all diesen Jugendlichen, die verzweifelt einen Ausbildungsplatz suchen. Wer darauf hofft, dass Unternehmen freiwillig mehr Ausbildungsplätze schaffen, verschließt die Augen vor der Realität. Von dem vollmundigen Versprechen der Arbeitgeber, allen ausbildungswilligen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten, ist nichts übriggeblieben. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Nur noch 20,9 Prozent der Betriebe in Niedersachsen bilden aus. Fast 80 Prozent der Unternehmen drücken sich vor ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung, in die berufliche Zukunft junger Menschen zu investieren. Das ist der Todesstoß für das duale Ausbildungssystem.

Ein solidarisch finanziertes, unbürokratisch angelegtes Umlagesystem kann die Wettbewerbsnachteile derjenigen Unternehmen ausgleichen, die innerbetrieblich in die Ausbildung junger Menschen investieren. Es ist deshalb dringender denn je, nicht nur über eine gerechte Finanzierung der dualen Berufsausbildung zu reden, sondern sie auch endlich auf den Weg zu bringen. Der DGB fordert daher alle Landtagsabgeordneten auf, die angekündigte Initiative der Bundesregierung für eine Ausbildungsumlage zu unterstützen.

Die offiziell verkündeten Zahlen verraten nicht einmal das ganze Elend. Bei der Bilanz der Ausbildungssituation dürfen nicht nur die unvermittelten Bewerberinnen und Bewerbern um einen Ausbildungsplatz berücksichtigt werden. Etliche Jugendliche müssen vorübergehend in Maßnahmen des Arbeitsamtes unterkommen oder in Warteschleifen wie Schulen und Kurzzeitjobs ausgeweichen. Bundesweit kosten diese Warteschleifen dem Steuerzahler bereits 9 Milliarden Euro. 12.578 niedersächsische Schülerinnen und Schüler befinden sich beispielsweise im Berufsgrundbildungsjahr. Rund 21.500 der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren in Niedersachsen haben keine Ausbildung. Viele Jugendlichen tauchen völlig ab und in keiner Statistik mehr auf. Dahinter verbirgt sich ein gefährlicher gesellschaftlicher Sprengsatz."


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