Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 038 - 12.09.2009

Familiengerechte Jobs, gleicher Lohn, bessere Karrierechancen für Frauen

Gewerkschafterinnen fordern konkrete Schritte

Über hundert Gewerkschafterinnen forderten heute (Samstag) in Hannover von der Politik mehr Engagement für gleiche Löhne, ein familiengerechtes Arbeitsleben und bessere Karrierechancen für Frauen. Unter dem Motto "Gute Arbeit?! Frauen wollen's wissen." diskutierten Gewerkschafterinnen und Betriebsrätinnen im Rahmen der DGB-Bezirksfrauenkonferenz mit der niedersächsischen Frauenministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) und der Bundestagsabgeordneten Edelgard Bulmahn (SPD). Die Gewerkschafterinnen machten deutlich, dass die bisherigen politischen Initiativen nicht ausreichten, um Chancengleichheit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbindlich zu erreichen.

Margret Mönig-Raane, die stellvertretende Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, wies darauf hin, dass Deutschland zu den europäischen Schlusslichtern gehört, was Entgeltgleichheit von Männer und Frauen betrifft. So verdienten Frauen in Deutschland durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Im Niedriglohnsektor beträgt der Frauenanteil 70 Prozent, so dass rund 4,55 Millionen Frauen zu Billiglöhnen arbeiten. Mönig-Raane: "Dass Frauen im 21. Jahrhundert immer noch schlechter bezahlt werden als Männer, ist ein Skandal. Wir brauchen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Und als ersten Schritt gegen ausbeuterische Löhne ist ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro dringend erforderlich."

Erika Stetz, VW-Betriebsrätin und IG Metall-Mitglied, machte darauf aufmerksam, dass nur 30,7 Prozent der Betriebe sich mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen auseinandersetzen und nur 7,2 Prozent der Betriebe bundesweit eine Betriebsvereinbarung dazu abgeschlossen haben. Sie forderte: "Wir brauchen familiengerechte Jobs statt jobgerechter Familien. Ein Gleichgewicht zwischen Beruf, Freizeit und Familie ist nicht nur für Männer und Frauen gut. Verlässliche Kinderbetreuung und familiengerechte Arbeitszeiten sind auch ein Motor für wirtschaftliches Wachstum."

Bettina Kutz, Vertreterin der Landesarbeitsgruppe "Frauenpolitik" der GEW Sachsen-Anhalt, kritisierte die schlechten Karrierechancen von Frauen. Sie wies darauf hin, dass nach einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung nur drei Prozent der Vorstände börsengelisteter Unternehmen und gerade einmal zehn von hundert leitenden Angestellten Frauen sind. Sie sagte: "Freiwillige Maßnahmen und warme Appelle, Frauen zu fördern, reichen bei weitem nicht aus. Wir brauchen verbindliche, gesetzliche Vereinbarungen, und zwar sowohl in der freien Wirtschaft als auch im Öffentlichen Dienst."


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