Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 030 - 02.11.2017

Noch 10.364 ohne Lehrstelle – Keiner darf verloren gehen!

Trotz guter konjunktureller Lage gibt es in Niedersachsen immer noch zu wenige betriebliche Ausbildungsplätze. Dies zeigen die heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Zahlen für das Ausbildungsjahr 2017. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Unternehmen deshalb auf, mehr betriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen sowie HauptschülerInnen und Menschen mit Migrationshintergrund bessere Chancen einzuräumen. Von der kommenden Landesregierung erwartet der DGB, dass sie eine Ausbildungsgarantie gesetzlich verankert.

Laut offizieller Statistik haben am Stichtag 30. September 2.364 junge Menschen weder eine Lehrstelle noch eine Überbrückungsmaßnahme erhalten. Weitere 8.018 haben keinen Ausbildungsplatz gefunden und mussten auf andere Alternativen ausweichen. In der Summe sind 10.364 Suchende ohne Ausbildungsplatz, aber es gibt nur 3.086 gemeldete offene Plätze. Auf eine unbesetzte Stelle kommen rund 3,4 Bewerberinnen und Bewerber. DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer stellt fest: „Das Angebot der Unternehmen an betrieblichen Ausbildungsplätzen ist mangelhaft. Vor allem Menschen mit Hauptschulabschluss oder Migrationshintergrund haben schlechte Chancen, eine Lehrstelle zu finden. Aufgrund des seit Jahren angespannten Ausbildungsmarktes sind 130.000 Niedersachsen zwischen 20 und 29 Jahren dauerhaft ohne Berufsausbildung.“

Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt appelliert an die Unternehmen, stärker in die Ausbildung junger Menschen zu investieren: „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Auch diejenigen, die auf den ersten Blick schlechtere Voraussetzungen mitbringen, brauchen eine gute Berufsausbildung.“ Von der kommenden Landesregierung erwartet er, dass sie allen jungen Menschen eine Ausbildung verbindlich garantiert: „Wir müssen weg von Warteschleifen, die keinen anerkannten Abschluss bringen, hin zu qualifizierter Ausbildung. Eine gute Ausbildung ist zentral für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben. Keiner darf verloren gehen.“

 

Kern einer funktionierenden Ausbildungsgarantie ist eine Umlage der Ausbildungskosten auf Branchenebene. Zu den weiteren Bausteinen gehören eine grundlegende Berufsorientierung in allen Schulformen, gebündelte Beratungsangebote für Jugendliche in regionalen Jugendberufsagenturen, ein besseres Einstiegssystem berufsbildender Schulen sowie öffentlich geförderte Ausbildungsplätze für Jugendliche, denen der Einstieg in eine reguläre Ausbildung trotz aller Bemühungen nicht gelingt.

 

Die bisherige Landesregierung plant, zum Ausbildungsstart 2018 in Regionen mit besonders angespanntem Ausbildungsmarkt Modelle der öffentlich geförderten Ausbildung auf Basis eines regulären Ausbildungsvertrages mit abschließender Kammerprüfung einzuführen. Dieser Ansatz müsse nun stringent umgesetzt und ausgebaut werden, so Tölle.

 


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