Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 014 - 16.04.2012

Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft will Kompetenzen bündeln

Gelebte Sozialpartnerschaft für die Herausforderungen der Zukunft

Am 2. April 2012 hat die „Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft GmbH i. G.“ ihre Arbeit aufgenommen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen NiedersachsenMetall, DGB Niedersachsen,  AOK Niedersachsen, das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft und die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland. Die in Hannover ansässige Gesellschaft sieht sich als übergeordnetes Netzwerk, in dem gute Ansätze für eine demografiefeste Arbeitswelt gebündelt und entwickelt werden.

„Mit der Demografieagentur haben wir in Niedersachsen etwas bundesweit Einmaliges auf die Beine gestellt“, so Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall und Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Gesellschaft bei der heutigen Präsentation in Hannover. „Wir wollen einen Beitrag leisten für demografiefeste Betriebe und für den Erhalt der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Demografieagentur ist ein weiteres Beispiel für gelebte Sozialpartnerschaft in Niedersachsen. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften gehen in Niedersachsen die demografische Herausforderung gemeinsam an.“

Die neue Einrichtung wird in einem eigenen  Förderprojekt mit einer Laufzeit von zunächst 30 Monaten eine Demografie-Koordinierungsstelle aufbauen. Das Projekt wird gefördert durch das Land Niedersachsen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Mit vier Mitarbeitern arbeitet diese Koordinierungsstelle in Hannover in der Adolfstraße 7.

Der niedersächsische DGB-Vorsitzende Hartmut Tölle bezeichnete die neue Demografieagentur als wichtige sozialpartnerschaftliche Ideenbrücke als Reaktion auf die demografischen Veränderungen in der Arbeitswelt. „Schon heute stehen die niedersächsischen Betriebe vor neuen Herausforderungen. Die Belegschaften werden älter, Nachwuchskräfte werden gesucht. Deshalb ist es wichtig, dass die Betriebe alternsgerechte Arbeitsbedingungen schaffen und in die Qualifizierung potentieller Fachkräfte investieren. Die Demografieagentur wird mit bestehenden Initiativen an einem Strang ziehen, um diese Ziele zu erreichen.“

Die Beteiligten verwiesen darauf, dass in Niedersachsen bereits viel unternommen werde, um Antworten auf den demografischen Wandel zu geben. Der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister sagte: „Die Niedersächsische Landesregierung hat vor einer Woche zum ersten Mal in der Geschichte des Landes einen Entwurf für ein Handlungskonzept „Demografischer Wandel“ beschlossen. Das Konzept stellt dar, was die Landesregierung tun wird, um die Auswirkungen des demografischen Wandels als Chance zu begreifen. Der Entwurf bildet keinen starren Plan, sondern einen flexiblen Leitfaden für den Umgang mit dem demografischen Wandel in Niedersachsen. Dieser wird kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst werden. Die Bewältigung des demografischen Wandels ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Demografieagentur ist dabei ein wichtiger Baustein, der das Konzept der Landesregierung unterstützt, im engen Austausch mit allen politischen Ebenen und gesellschaftlichen Gruppen die Zukunft erfolgreich gemeinsam zu gestalten.“

Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, hält es für dringend erforderlich, für eine betriebliche Demografiestrategie zu sensibilisieren. „Ändert sich die Altersstruktur der Beschäftigten in einem Betrieb, dann hat dies weitreichende Auswirkungen - nicht zuletzt beim Thema Gesundheit. Altersstrukturanalysen, Arbeitsbewältigungscoaching oder auch Eingliederungsmanagement sind Schlagworte, deren Bedeutung dringend in den innerbetrieblichen Fokus rücken muss.“

Die Gesellschafter sind sich einig, dass die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Niedersachsens auch davon abhängen werde, inwiefern sich insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen auf die demografischen Herausforderungen einstellen. Diese Betriebe brauchen Unterstützung durch konkrete Handlungshilfen, um eine weitsichtige demografiefeste Unternehmenspolitik entwickeln und umsetzen zu können.

Die Demografieagentur wird:

 (1) Vernetzung fördern - Partnerschaften bilden und begleiten

Über die Identifizierung bestehender Netzwerke erfolgt die Bildung eines niedersachsenweiten Netzwerks. Dabei sollen neue Netzwerke initiiert und mit bereits bestehenden verknüpft werden, um die Demografieagentur als Ansprechpartner für Unternehmen und Wirtschaftspolitik zu etablieren. Die Demografieagentur wird die große Demografiekompetenz in Niedersachsen bündeln und Synergien erzeugen.

(2) Sichtbarkeit erhöhen – für eine Demografiestrategie sensibilisieren

Die Demografieagentur wird für das Demografiethema in der Arbeitswelt sensibilisieren, indem Unternehmensverantwortlichen und Betriebsräten ein breites Informationsangebot zugänglich gemacht wird. Neben kontinuierlicher Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie dem Transfer von Wissen aus der sozialpartnerschaftlichen Expertise wird die Demografieagentur über Veranstaltungen und Vorträge in allen Regionen Niedersachsens aktiv.

(3) Orientierung geben - als zentrale Anlaufstelle etablieren

Die Demografieagentur wird die bestehenden Angebote in Niedersachsen sammeln und verbreiten. In Kooperation mit den Sozialpartnern werden Strategien, Maßnahmen und Modellprojekte erschlossen und in einem umfangreichen Informationspool allen Interessierten zur Verfügung gestellt. Besonders kleinere und mittlere Unternehmen in Niedersachsen sollen durch die Identifizierung zahlreicher Angebote unterstützt werden. 

Aufbau einer Koordinierungsstelle für eine demografiefeste Wirtschaft (PDF, 147 kB)

Ein Gemeinschaftsprojekt von NiedersachsenMetall, DGB Niedersachsen, AOK Niedersachsen, Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft und der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland

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