Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 003 - 31.01.2017
12.000 Ausbildungsplätze zusätzlich erforderlich

DGB will höhere Ausbildungsquote

Im vergangenen Jahr haben nicht einmal zwei Drittel der interessierten Jugendlichen in Niedersachsen einen Ausbildungsplatz gefunden. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf Basis von Zahlen des Bundesinstituts für Berufliche Bildung. Von 89.691 Jugendlichen, die sich ernsthaft für eine Ausbildung interessierten, konnten nur 60,9 Prozent einen Vertrag unterzeichnen. Damit liegt Niedersachsen unter dem bundesweiten Schnitt von 64,7 Prozent. Ländern wie Bayern oder Hamburg ist es hingegen gelungen, fast 75 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber eine Ausbildung zu bieten.

 

Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, betont: „Wenn zehntausende Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden, kann man nicht von Azubi-Mangel sprechen. Bei einer Versorgungsmarke von 75 Prozent würde sich die Lage für die jungen Menschen bereits deutlich entspannen. Dazu braucht es als ersten Schritt über 12.000 zusätzliche abgeschlossene Ausbildungsverträge. Das muss der Maßstab sein.“

 

Hartmut Tölle kritisiert: „Die Quote der Ausbildungsbetriebe sinkt seit Jahren. Nur zwanzig Prozent der Betriebe bilden aus, aber einhundert Prozent profitieren von qualifizierten Fachkräften. Deshalb ist es Zeit, über einen fairen finanziellen Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Unternehmen nachzudenken.“ In der Altenpflege habe man eine Ausbildungsumlage bereits eingeführt. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich gestiegen ist.

 

Vor diesem Hintergrund erachtet der DGB aber auch neue Formen über- und außerbetrieblicher Ausbildung für nötig. Benachteiligte Jugendlichen müssen die Chance erhalten, über eine außerbetriebliche Ausbildung einen vollwertigen Berufsabschluss zu erlangen. Diese sollte für diejenigen greifen, die auch nach dem Besuch der einjährigen Berufsfachschule keinen regulären Ausbildungsplatz finden. Die vom niedersächsischen Landtag im November 2016 beschlossene Ausbildungsgarantie ist hierfür der richtige erste Schritt. Nun gelte es, diese stringent umzusetzen und ausreichend Geld dafür zur Verfügung zu stellen.

 

Hintergrund:

Die Kategorie der ausbildungsinteressierten Jugendlichen, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) entwickelt wurde, setzt sich zusammen aus der Zahl der neuen Ausbildungsverträge sowie der jungen Menschen, die von der Bundesagentur für Arbeit zwar den Bewerberstatus erhalten, aber keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Eine Einmündungsquote von 100 Prozent wäre nicht zielführend, da ein Teil der Jugendlichen sich für ein Studium und gegen betriebliche Ausbildung entscheidet.

 


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