Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 035 - 17.07.2015

DGB-Jugend Niedersachsen gibt Tipps für Ferienjobs

Für die niedersächsischen Schülerinnen und Schüler beginnen am Donnerstag die Sommerferien. Viele haben in dieser Zeit Ferienjobs. Diese helfen, das Taschengeld aufzubessern, und Einblicke ins Berufsleben gibt es gratis dazu. Ferienjobs gibt es in vielen Branchen, mit unterschiedlichsten Aufgaben. Aber nicht alles darf von Schülerinnen und Schülern gemacht werden. Die DGB-Jugend Niedersachsen hat einige Tipps parat.

Ruben Eick, Abteilungsleiter der DGB Jugend Niedersachsen, erklärt: „Im Jugendarbeitsschutzgesetz ist geregelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen.“ Kinderarbeit ist bis einschließlich dem 14. Lebensjahr verboten. Nur wenn die Eltern zustimmen, dürfen Kinder über 13 Jahre bis zu zwei, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten. Es müssen aber leichte Tätigkeiten sein – zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitung austragen oder Botengänge. Wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist, gilt als Jugendlicher. Für diese gibt es beim Jobben in den Ferien weniger Einschränkungen. „Aber auch hier sind einige Regeln zu beachten“, so Ruben Eick: „Wer schulpflichtig ist, darf nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben. Das ist gut so, denn Schulferien sind in erster Linie zur Erholung da.“ Schwere körperliche oder gefährliche Arbeit ist für Jugendliche tabu. Schwere Gegenstände tragen, mit Chemikalien hantieren oder tempoabhängig arbeiten (Akkordarbeit) – all das ist verboten.

Schülerinnen und Schüler dürfen nicht mehr als acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche arbeiten und nur zwischen 6 bis 20 Uhr. Ausnahmen gibt es für Schülerinnen und Schüler über 16 Jahren: Im Gaststättengewerbe dürfen sie bis 22 Uhr und in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr arbeiten. Wochenendarbeit ist in der Regel tabu, Ausnahmen gibt es bei Sportveranstaltungen. Schülerinnen und Schüler, die viereinhalb bis sechs Stunden am Tag arbeiten, haben Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten. Versichert sind sie während ihres Ferienjobs bei der Unfallversicherung des Arbeitgebers. Der Versicherungsschutz beginnt am ersten Arbeitstag und gilt auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause.

Nach dem neuen Mindestlohngesetz haben FerienjobberInnen, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf 8,50 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird. Dann dürfen maximal 52 Stunden im Monat gearbeitet werden. Für unter 18-Jährige gilt das Mindestlohngesetz nicht. Doch auch sie sollten den Lohn im Blick haben, wenn der Arbeitsvertrag unterzeichnet wird, empfiehlt Ruben Eick: „Auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden. Auf jeden Fall sollte jede Schülerin und jeder Schüler nur mit einem schriftlichen Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen. Und der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln.“

Und wenn Arbeitgeber sich nicht an die Gesetze halten? Dann sollten FerienjobberInnen zusammen mit ihren Eltern etwas dagegen tun. „Verstöße gegen Arbeitsschutzgesetze sind nicht hinzunehmen. Bitte wendet Euch unbedingt an die Aufsichtsbehörden“, rät Ruben Eick. In der Regel sind das örtliche Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz.

Weitere Informationen unter: http://jugend.dgb.de/-/iEs

Infos zum Jugendarbeitsschutzgesetz: http://jugend.dgb.de/ausbildung/dein-recht/arbeitsschutz


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