Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 011 - 04.05.2017

DGB fordert mehr Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen

Anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am morgigen Freitag, fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen die Unternehmen auf, die Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt deutlich zu verstärken. In Niedersachsen machen schwerbehinderte Menschen nur 4,2 Prozent aller Beschäftigten aus. Bei den öffentlichen Arbeitgebern sind es 5,1 Prozent, bei den privaten nur 4,0 Prozent. Die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes geht an dieser Personengruppe vorbei. Das Bundesland liegt deutlich unter der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von fünf Prozent schwerbehinderter Menschen in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten. Von den 14.856 Unternehmen, die diese Auflage erfüllen müssen, hatten 4.043, also ein Viertel, keinen einzigen schwerbehinderten Beschäftigten.

Der niedersächsische Vorsitzende des DGB, Hartmut Tölle, erklärt: „Menschen mit Behinderung sind häufiger und länger arbeitslos als nichtbehinderte Menschen – obwohl sie im Durchschnitt über bessere Bildungsabschlüsse verfügen. Die Verantwortung liegt hier ganz klar bei den Unternehmen.“ Warum viele Unternehmen bei diesem Thema zögerlich sind, kann der DGB-Vorsitzende nicht verstehen. Unternehmen, die Menschen mit Behinderung ausbilden oder beschäftigen, erhalten Unterstützungsleistungen z.B. durch Lohnkostenzuschüsse, kostenlose Ausstattung des Arbeitsplatzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb.

Der DGB fordert daher stärkere Anreize für Unternehmen, die Beschäftigungspflicht ernst zu nehmen. Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen sollte stark angehoben werden. Dabei sollten vor allem jene Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, die überhaupt keine Schwerbehinderten beschäftigen. Für sie sollte die Ausgleichsabgabe pro Pflichtarbeitsplatz von 320 auf 750 Euro pro Monat angehoben werden.


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