Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 015 - 19.05.2017
„Rente muss zum Leben reichen!“ Aktionstag und Renten-Tour geplant

DGB-Rentenreport Niedersachsen 2017: Altersarmut nimmt zu

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen hat einen Bericht zur Situation der Rentnerinnen und Rentner im Land vorgelegt. Der Report belegt, dass jeder sechste von ihnen in Niedersachsen von Altersarmut betroffen ist. Der DGB dringt deshalb vor der Bundestagswahl auf einen rentenpolitischen Kurswechsel und kündigt zahlreiche Aktionen an. „Wenn nicht konsequent und zügig umgesteuert wird, bekommt die Mehrheit der zukünftigen Ruheständler ein massives Problem“, fasst Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB in Niedersachsen, die Ergebnisse des Berichts zusammen. „Der Trend ist katastrophal: Menschen müssen länger arbeiten und haben trotzdem geringere Renten. Für uns ist klar: Rente muss für ein gutes Leben reichen!“

Mehr als Dreiviertel aller Frauen und gut ein Drittel der Männer, die 2015 in Niedersachsen in Altersrente gingen, erhalten Bezüge unterhalb von 900 Euro. Für viele der insgesamt 1,86 Millionen niedersächsischen RentnerInnen (Stichtag 1. Juli 2015) reicht die gesetzliche Rente also keineswegs aus, um ihren Lebensstandard zu sichern. Alarmierend ist die Lage derjenigen, die wegen gesundheitlicher Probleme nur noch eingeschränkt oder gar nicht arbeiten können. 81 Prozent der Frauen und rund 70 Prozent der Männer beziehen in dieser Situation eine Erwerbsminderungsrente unter 900 Euro. Im Jahr 2015 waren insgesamt 17,2 Prozent aller RentnerInnen von Armut bedroht, zehn Jahre zuvor lag diese Quote noch bei 11,6 Prozent.

Der DGB fordert deshalb, dass das Rentenniveau sofort bei 48 Prozent stabilisiert und im nächsten Schritt auf 50 Prozent angehoben wird. Außerdem muss die Rentenversicherung mittelfristig als Erwerbstätigenversicherung Selbstständige und politische Mandatsträger einschließen. Betriebsrenten sollen gestärkt, Zeiten für Pflege von Angehörigen und für Aus- und Weiterbildung stärker anerkannt sowie die Erwerbsminderungsrente deutlich verbessert werden. DGB-Bezirksvorsitzender Hartmut Tölle verwies zudem darauf, dass 41,7 Prozent der Beschäftigten in Niedersachsen atypische Jobs wie Leiharbeit, Teilzeit und Minijobs haben: „Niedriglöhne und prekäre Jobs führen zu niedrigen Renten, von denen keiner leben kann. Die Basis für eine gute Rentenpolitik sind deshalb gute tarifliche Löhne und sichere Arbeitsplätze.“

Bei einem bundesweiten Aktionstag am 31. Mai will der DGB unter dem Motto „Rente muss für ein gutes Leben reichen“ auf seine Forderung nach einem Kurswechsel aufmerksam machen. In Niedersachsen finden 30 Aktionen vor Bahnhöfen, auf Marktplätzen und vor Betrieben statt. Gleichzeitig fällt am 31. Mai der Startschuss für die Renten-Tour des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen –Sachsen-Anhalt. Ab Anfang Juni soll dazu das Rentenmobil auf Tour durch die drei Bundesländer gehen. Aktive der DGB-Regionen sowie der Kreis- und Stadtverbände planen bis zur Bundestagswahl zahlreiche Aktionen in Innenstädten, auf Betriebsversammlungen und Stadtfesten. Der Song „Rente muss reichen – für dich und für mich!“ wird plastisch unterstreichen, dass Jung und Alt gemeinsam für einen Kurswechsel streiten.

"Altersarmut stoppen. Rente muss zum Leben reichen!" Rentenreport Niedersachsen 2017 (PDF, 651 kB)

Mit dem Rentenreport legt der DGB in Niedersachsen einen Bericht zu Situation der Rentnerinnen und Renter im Land vor. Stand Mai 2017.


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