Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 045 - 08.10.2015

Zugang zu Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge erleichtern

Arbeit und Ausbildung sind der Schlüssel zur Integration. Dies machte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) heute in seiner Stellungnahme im Ausschuss für Inneres und Sport des Niedersächsischen Landtages deutlich. DGB-Bezirksvorsitzender Hartmut Tölle sagte: „Flüchtlinge haben ein Recht auf Schutz vor Krieg und Verfolgung. Damit ihre Integration gelingt, müssen sie schnell und unkompliziert Zugang zu guter Arbeit und Ausbildung erhalten.“ Viele Menschen engagierten sich derzeit beruflich oder ehrenamtlich für Flüchtlinge. Sie leisteten eine äußerst wichtige und wertvolle Arbeit, gelangten dabei aber auch an ihre Grenzen. Die mit der derzeit hohen Zahl an Flüchtlingen einhergehenden Herausforderungen müssten von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gemeinsam bewältigt werden.

Aus Sicht des DGB sind folgende Punkte zentral:

·         Flüchtlinge müssen vor Benachteiligung und Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt geschützt werden. Sie haben ein Anrecht auf den Mindestlohn und tariflich vereinbarte Entgelte. Vorschläge, sie schlechter zu behandeln, sind diskriminierend und fördern einen offenen Dumpingwettbewerb.

·         Ausländische Berufsabschlüsse müssen schnell und unkompliziert anerkannt werden. Außerdem sollten Sprachkurse schnell und einfach zugänglich sein.

·         Jugendliche Geduldete brauchen während einer Berufsausbildung und die anschließende Arbeitsplatzsuche einen sicheren Aufenthalt, damit ihr Einstieg ins Berufsleben gelingen kann.

·         Geflüchteten Kindern und Jugendlichen muss möglich sein, einen Schulabschluss zu erlangen. Daher fordert der DGB die Schulpflicht für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig vom Aufenthaltsstatus und mit bundesweit einheitlicher Umsetzung.

·         Erfahrene und qualifizierte Fachkräfte bei der Betreuung und Begleitung tragen wesentlich zur Integration von Flüchtlingen bei. In vielen öffentlichen Bereichen wie der Polizei, den Ausländerbehörden, Jugend- und Sozialämtern, Schulen und in Kindertagesstätten muss daher das Personal aufgestockt werden.

·         Bund und Länder müssen die Kommunen stärker finanziell unterstützen, damit diese gute dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten schaffen können.

 

Aus Sicht des DGB lässt die wirtschaftliche Situation des Landes die erforderlichen Investitionen in Infrastruktur, Personal und Bildung zu. Ein zum Selbstzweck verkommener Schuldenabbau dürfe dabei nicht im Wege stehen.


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