Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 046 - 20.12.2016

DGB-Analyse: Positive Mindestlohn-Effekte halten an

Zum 1. Januar 2017 wird der gesetzliche Mindestlohn erstmals seit seiner Einführung vor zwei Jahren angehoben. Er steigt um 34 Cent auf 8,84 Euro pro Stunde. Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Niedersachsen (DGB) hat aus diesem Anlass die bisherigen Auswirkungen des Mindestlohns untersucht. Wie schon frühere Zwischenbilanzen belegt die aktuelle Analyse des DGB positive Effekte für die Beschäftigten und die Entwicklung der Löhne.

Die Verdienste bei An- und Ungelernten sind in Niedersachsen seit Anfang 2014 bis Ende des 2. Quartals 2016 um 7,2 Prozent gestiegen (bundesweit 3,9 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten stieg um 3,4 Prozent (bundesweit 4,2 Prozent). Minijobs hingegen haben um 2,3 Prozent abgenommen. Viele der weggefallenen Minijobs sind in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt worden. So ist die Zahl derer, die ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, um 4,5 Prozent deutlich gesunken, Minijobs als Nebenbeschäftigung nahmen hingegen um 2,8 Prozent zu. Besonderen Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hat in Niedersachsen das Gastgewerbe mit 12,5 Prozent.

Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt erklärt:  „Der Mindestlohn hat vielen Beschäftigten in Niedersachsen ein kräftiges Lohnplus beschert. Besonders Beschäftigte in den Dienstleistungsbranchen und Frauen profitieren davon. Aber der Mindestlohn hat auch zu mehr Beschäftigung geführt. Der vielfach befürchtete Abbau von Arbeitsplätzen ist ausgeblieben. Die höheren Löhne führen zu mehr Kaufkraft und somit stärkerer Nachfrage nach Gütern.“

Damit der Mindestlohn überall wirken könne, brauche es in Zukunft gerade in kleineren Betrieben mehr Kontrollen, sagte Hartmut Tölle. Ziel müsse es auch sein, dass zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern wieder mehr Tarifverhandlungen geführt und Tarifverträge abgeschlossen werden: „Wenn immer mehr Arbeitgeber aus der Tarifbindung aus-steigen, findet ein Lohndumping-Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten statt.“

Redaktionelle Hinweise:

Der DGB stützt sich auf neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes und auf die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Die Verdienste bei Un- und Angelernten beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte ohne Sonderzahlungen in der Leistungsgruppe 5.

 

Was sich bei den Mindestlöhnen ab 2017 ändert, finden Sie hier:

http://www.dgb.de/schwerpunkt/mindestlohn/mindestlohn-erhoehung-was-aendert-sich-ab-2017

http://www.dgb.de/was-bedeutet-der-neue-mindestlohn-2017-fuer-den-minijob


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die Pressemitteilungen des DGB Niedersachsen

Kontakt Pressestelle

DGB Niedersachsen
Otto-Brenner-Straße 7
30159 Hannover
Telefon 0511 12601-21
Telefax 0511 12601-57


Tina Kolbeck-Landau
Pressesprecherin

Telefon 0511 12601-32
mobil 0170 6342153
E-Mail tina.kolbeck(at)dgb.de

 

Brigitta Moleski
Sekretariat

Telefon 0511 12601-21
E-Mail brigitta.moleski(at)dgb.de

Der DGB Niedersachsen im Web 2.0