Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 038 - 30.10.2018

Ausbildungsmarkt gespalten - 9.980 erfolglose Bewerber in Niedersachsen

Hauptschüler, Menschen mit Migrationshintergrund und Jugendliche, die die Schule abgebrochen haben, haben es in Niedersachsen sehr schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nach der Analyse der heute veröffentlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) für das Ausbildungsjahr 2017/2018. Zwar gibt es laut offizieller Statistik noch 3.754 gemeldete offene Ausbildungsplätze, aber 2.635 junge Menschen haben weder eine Lehrstelle noch eine Überbrückungsmaßnahme erhalten. Hinzu kommen weitere 7.345 Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und auf Alternativen ausweichen mussten. In der Summe sind in Niedersachsen 9.980 Suchende ohne Ausbildungsplatz.

DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer betonte, dass eine gute Ausbildung zentral für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben ist: „Unsere Gesellschaft darf nicht zulassen, dass eine abgehängte Generation heranwächst. Deshalb fordern wir eine Ausbildungsgarantie. Sonst sind Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Jobs für die Betroffenen vorprogrammiert“ Dazu gehöre eine Umlage der Ausbildungskosten auf Branchenebene, gebündelte Beratungsangebote für Jugendliche in regionalen Jugendberufsagenturen sowie öffentlich geförderte Ausbildungsplätze für Jugendliche, denen der Einstieg in eine reguläre Ausbildung trotz aller Bemühungen nicht gelingt.

Bernd Reschke, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Produktionsschulen, machte anhand von Praxisbeispielen deutlich, dass ein gescheiterter Einstieg ins Berufsleben für junge Menschen gravierende Folgen hat. Statt kurzfristiger, unsystematischer Maßnahmen forderte er nachhaltige Bildungsangebote, die zu garantierten Abschlüssen führen. Die Kompetenzen junger Menschen müssten systematisch festgestellt und individuell gefördert und entwickelt werden. Betriebsähnlich arbeitende außerschulische Bildungseinrichtungen wie Jugendwerkstätten bräuchten eine gesetzliche Verankerung und eine verlässliche Finanzierung, betonte er.


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