Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 019 - 11.07.2017

Niedersächsische Stundenlöhne hinken Bundesschnitt hinterher

Eine aktuelle Veröffentlichung des Landesamtes für Statistik zeigt, dass die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne in Niedersachsen mit 21,45 Euro deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 23 Euro liegen. Damit liegt Niedersachsen nur auf dem zehnten Platz aller Länder und schneidet im westdeutschen Vergleich sehr schlecht ab.

Nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ist hierfür eine zentrale Ursache, dass sich in Niedersachsen mit 42,1 Prozent überdurchschnittlich viele Beschäftigte in atypischer Arbeit befinden. 23 Prozent aller niedersächsischen Beschäftigten beziehen Niedriglöhne, das ist deutlich mehr als der westdeutsche Durchschnitt von 19,3 Prozent. Ursächlich ist insbesondere die abnehmende Tarifbindung, weil immer mehr Arbeitgeber keine Tarifverträge anwenden. Besonders prekär ist die Situation in Handel, Verkehr und Lagerei sowie in Fleischzerlegebetrieben.

Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB in Niedersachsen, erklärt: "Arbeitgeber müssen ihre Tarifflucht beenden und sich wieder an Tarifverträge halten. Der Bundesgesetzgeber ist gefordert, atypische Beschäftigung und Niedriglöhne einzudämmen. Zum Beispiel braucht es mehr Kontrollen, die die Einhaltung von Mindestlöhnen überprüfen. In Niedersachsen muss das Tariftreue- und Vergabegesetz verbessert werden. Öffentliche Aufträge dürfen nicht mehr an Auftragnehmer gehen, die untertariflich zahlen."


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