Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 029 - 30.08.2016
DGB fordert wirksames Lohngerechtigkeitsgesetz

Niedersächsische Frauen verdienen 21,5 Prozent weniger als Männer

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen liegt in Niedersachsen im Schnitt 21,5 Prozent unter dem ihrer männlichen Kollegen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert daher den Gesetzgeber auf, endlich ein wirksames Lohngerechtigkeitsgesetz zu schaffen.

Am größten klafft der Abstand laut niedersächsischem Gleichstellungsatlas zwischen den Einkommen bei akademischen und verwandten Gesundheitsberufen (32,1 Prozent), bei BedienerInnen stationärer Anlagen und Maschinen (31,8 Prozent), sowie bei NaturwissenschaftlerInnen, MathematikerInnen und IngenieurInnen (28 Prozent). Ursachen für Lohndiskriminierung liegen vor allem in längeren Auszeiten von Frauen aufgrund von Erziehung oder Pflege, vermehrter Teilzeitarbeit und schlechterer Bezahlung typisch weiblicher Tätigkeiten. Doch selbst bei gleicher Qualifikation und Erwerbsbiografie werden Frauen häufig schlechter entlohnt als Männer.

Der DGB fordert, Unternehmen durch eine gesetzliche Regelung zu mehr Transparenz auf betrieblicher Ebene zu verpflichten. Ein individueller Auskunftsanspruch für alle Beschäftigten, eine Verpflichtung zur Überprüfung der Entgeltpraxis sowie eine Berichtspflicht der Betriebe zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit tragen zum Abbau von Benachteiligungen bei. DGB-Bezirksvorsitzender Hartmut Tölle betont, dass CDU, CSU und SPD in Berlin in ihrem Koalitionsvertrag versprochen haben, sich für mehr Entgeltgleichheit einzusetzen: „Das Lohngerechtigkeitsgesetz muss nun endlich kommen. Es darf nicht verwässert werden.“ Die geringere Bezahlung von Frauen wirkt sich auch nachteilig auf deren Rentenansprüche aus. Während der niedersächsische Durchschnittsrentner 1105 Euro Altersrente bezieht, liegt der durchschnittliche Wert bei Frauen bei 575 Euro und damit unter der Armutsschwelle von 907 Euro.

Hartmut Tölle appellierte an die niedersächsischen Bundestagsabgeordneten, auf die Verabschiedung des Gesetzes zu drängen: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit ist nur gerecht. Es darf nicht sein, dass Frauen immer noch durch ihr Einkommen diskriminiert werden. Es wird Zeit, dass unsere Gesellschaft endlich im 21. Jahrhundert ankommt.“ Auf Postkarten fordert der DGB Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, das Lohngerechtigkeitsgesetz zu verabschieden. Online kann der Aufruf unterschrieben werden unter http://frauen.dgb.de/lohngerechtigkeit-jetzt.

 


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