Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 050 - 29.10.2015

Zu wenige Ausbildungsplätze - DGB fordert Ausbildungsgarantie

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert, dass es in Niedersachsen zu wenige betriebliche Ausbildungsplätze gibt. Den 3.418 offenen Lehrstellen stehen noch 11.411 junge Menschen auf Ausbildungssuche gegenüber, Stichtag war der 30. September 2015. Somit fehlen niedersachsenweit rechnerisch mindestens 7.993 Ausbildungsplätze. Dies belegen die heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Zahlen für das Ausbildungsjahr 2014/2015. DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer stellt hierzu fest: „Auf eine unbesetzte Stelle kommen im Moment rund 3,3 Bewerberinnen und Bewerber. Das zeigt deutlich: Die Arbeitgeber bieten viel zu wenige betriebliche Ausbildungsplätze.“

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge erneut gesunken, und zwar um 1,1 Prozent. Gleichzeitig sind jedoch mehr Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben als dies noch 2014 der Fall war (7,9 Prozent). „Obwohl es in Niedersachsen noch offene Lehrstellen gibt, bekommen viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Die Betriebe sollten auch junge Menschen mit schlechteren Ausgangsbedingungen eine Chance geben. Zur Zeit sind viele Arbeitgeber nicht bereit, Hauptschulabsolventen einzustellen. Das muss sich ändern“.

Der DGB weist zudem darauf hin, dass die offiziellen Zahlen nur einen Teil der jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz wiederspiegeln. Fast 40.000 Jugendliche befinden sich in Niedersachsen in zahllosen Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung – oftmals ohne Aussicht auf einen anerkannten Berufsabschluss. Der DGB-Arbeitsmarktexperte stellt fest: „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Weg von zahllosen Maßnahmen im Parallelsystem hin zu qualifizierter Ausbildung. Jeder Jugendliche muss eine Ausbildungsgarantie bekommen.“

Vorrang habe dabei die duale betriebliche Ausbildung und die Ausbildung in den Erziehungs-, Sozial- und Gesundheitsberufen. Daher müssten die Arbeitgeber das betriebliche Angebot an Ausbildungsplätzen ausweiten. Wer dennoch erfolglos bleibt, brauche öffentliche Hilfe: Zunächst sollten in den Regionen mit einem besonders angespannten Ausbildungsmarkt außerbetriebliche Ausbildungsplätze für dreijährige Ausbildungsberufe angeboten werden. Lars Niggemeyer betont: „Diese Vorschläge wurden bereits im Landesbündnis für Duale Ausbildung erörtert. Die Wirtschaft hat es über Jahre nicht vermocht, genügend Ausbildungsplätze anzubieten. Daher muss das Land jetzt die Ausbildungsgarantie umsetzen.“

Der DGB geht davon aus, dass aufgrund der hohen Zahl an Flüchtlingen der Bedarf an Ausbildungsplätzen weiter steigen wird. Der Großteil der geflüchteten Menschen, die derzeit nach Niedersachsen kommen, sind junge Erwachsene; viele von ihnen haben keine Berufsausbildung. Vor diesem Hintergrund ist es umso dringender, dass im Bereich der beruflichen Bildung mehr investiert wird.


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