Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB-Filmpreis für sozial engagierte Filme

Nominierte Filme DGB-Filmpreis 2012

Für den DGB-Filmpreis 2012 nominierte Filme

Szenenbild aus "Crashkurs"

Filmfest Emden-Norderney 2012

Crashkurs
Deutschland 2012. 80 min. Deutsche Fassung
Buch, Regie: Anika Wangard. Kamera: Cornelius Plache. Musik/: Warner Poland, Wolfgang Glum. Mit Monika Lennartz, Ulrich Voß, Winnie Böwe u.a.

Das Rentner-Ehepaar Eva und Alex Meyenburg hat es erwischt: Die internationale Finanzkrise hat seine gesamten Ersparnisse verschlungen und Herr Henkes, ihr Bankberater, reagiert auf ihre Empörung recht sparsam. Anders als ihren wenig temperamentvollen Mann macht der Schock die kultivierte Eva mobil. Erst will sie die Bank verklagen und als das nicht fruchtet, entscheidet sie sich für organisierten Protest gegen die Verantwortungslosigkeit der Banken. Sie schreibt Flugblätter, dichtet Sprechgesänge und freundet sich mit anderen Geschädigten an. Nach und nach wird auch ihr munter und beginnt mit renitenten Aktionen, die manchmal auch Stinkbomben beinhalten. Tochter Dany wird der neue Aktionismus ihrer Eltern langsam zuviel. Aber zu diesem Zeitpunkt ist sowieso nichts mehr, wie es einmal war. Denn da sitzt Alex bereits in Untersuchungshaft...
Regisseurin Anika Wangard gelingt eine wunderbare Balance zwischen Drama und Komödie. Angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung der Thematik ist „Crashkurs“ ein ambitionierter Diskussionsbeitrag und gleichzeitig beste Unterhaltung.

Spieldaten
08.06.2012, 21:15, Neues Theater, Emden
10.06.2012, 11:00, Cinestar 1, Emden

Dans la tourmente - Szenenfoto

Filmfest Emden-Norderney 2012

Dans la tourmente
Frankreich 2011. 107 min. Originalton mit Untertiteln.
Deutsche Erstaufführung
Buch, Regie: Christophe Ruggia. Kamera: Eric Guichard. Musik: Michael Stevens. Mit Clovis Cornillac, Mathilde Seigner, Yvan Attal u.a.

Franck lebt mit Frau und Kindern in der Nähe von Marseille. Wie viele andere Männer der Region arbeitet er als Schweißer in der hiesigen Fabrik. Mehr schlecht als recht kommen sie über die Runden – entsprechend alarmiert reagieren sie auf die Gerüchte über die Schließung der Fabrik. Als Franck zufällig Zeuge eines Gesprächs der Firmenbosse wird, ist er schockiert: Das Aus der Fabrik ist beschlossene Sache, unter der Hand wurde ein Millionen-Deal ausgehandelt. Als er seinem besten Freund Max davon erzählt, schmiedet dieser einen nicht ganz uneigennützigen Plan: Sie werden sich das, was ihnen zusteht, holen! Bei ihrem nächtlichen Überfall kommt es jedoch zu einem Zwischenfall...
„Dans la tourmente“ ist ein rasanter Film, der sich vom sozialen Drama zum politischen Thriller entwickelt. Regisseur Christophe Ruggia erzählt seine packende Geschichte ganz im Stil des Film Noir. So schafft er eine Atmosphäre, die einen packt und dazu anregt, über Ungerechtigkeit, Ausbeutung und die Härte in der heutigen Gesellschaft nachzudenken.

Spieldaten
08.06.2012, 19:00, Cinestar 6, Emden
10.06.2012, 11:00, Cinestar 6, Emden

Germaine - Szenenfoto

Filmfest Emden-Norderney 2012

Germaine (Groenten uit Balen)
Belgien 2011. 110 min. Originalton mit Untertiteln.
Deutsche Erstaufführung
Regie: Frank van Mechelen. Buch: Guido van Meir (basierend auf dem Roman von Walter van den Broeck). Kamera: Lou Berghmans. Musik: Koen Brandt. Mit: Stany Crets, Tiny Bertels, Michel van Dousselaere u.a.

1971. Germaine ist 18, lebt bei ihren Eltern und arbeitet in einem Supermarkt in der Nähe von Antwerpen. Sie hört Popmusik, geht in die Disco und träumt von einem besseren Leben. In der örtlichen Zinkfabrik bricht ein wilder Streik aus, dem sich auch ihr Vater Jan anschließt. Germaine sieht ihre Chance auf Veränderung gekommen, als sie den Studenten Luc kennen lernt, der aus Solidarität mit den Streikenden nach Balen kommt. Neun Wochen harren die Streikenden aus. Immer mehr Familien geraten dadurch an die Grenzen ihrer Existenz. Auch Germaines Familie hat finanzielle Probleme; ohne Opas Pension und Germaines Lohn wären sie am Ende. Da stellt Germaine fest, dass ihre Beziehung zu Luc Folgen hat...

Regisseur Frank van Mechelen unternimmt in seinem auf wahren Begebenheiten beruhenden Sozialdrama eine nostalgische Zeitreise in die 70er Jahre. Dabei wirft er einen ungeschönten Blick auf das Leben der belgischen Arbeiterfamilien, die im Winter 1970/71 in den fast drei Monate dauernden Streik verwickelt waren.

Spieldaten
07.06.2012, 19:00, Cinestar 2, Emden
08.06.2012, 16:45, Cinestar 2, Emden

Schuld sind immer die anderen - Szenenfoto

Filmfest Emden-Norderney 2012

Schuld sind immer die Anderen
Deutschland 2012. 93 min. Deutsche Fassung
Regie: Lars-Gunnar Lotz. Buch: Anna Maria Praßler. Kamera: Jan Prahl. Musik: SEA + AIR. Mit: Edin Hasanovic, Julia Brendler, Marc Ben Puch u.a.

Ben ist aggressiv. Immer wieder überfällt er Leute und schlägt sie brutal zusammen. So landet er im Jugendknast. „Quatsch mich nicht voll“, entgegnet er dem Sozialarbeiter, der ihn dort besucht. Mitgefühl oder Reue sind für ihn Fremdwörter. Doch er lässt sich auf das Projekt von Sozialarbeiter Niklas ein, der die Einrichtung „Waldhaus“ betreibt. Hier gibt es keine Zäune und Mauern, dafür aber strikte Regeln und einen straffen Tagesablauf. Anfangs lehnt Ben sich auf, doch allmählich fügt er sich in das familiäre System ein. Als Eva, die Hausmutter der Einrichtung, von einer Kur zurückkehrt, ist Ben schockiert: Sie war eines seiner Opfer.
„Schuld sind immer die Anderen“ ist ein nachdenklicher Film, der dort hinsieht, wo man gerne wegschaut, weil es unbequem ist. Regisseur Lars-Gunnar Lotz lässt in seinem Debüt Täter auf Opfer treffen – ein Täter, der langsam entdeckt, was Gewissen bedeutet, und ein Opfer, das an seinen Idealen zu zweifeln beginnt.

Spieldaten
07.06.2012, 19:00, Cinestar 1, Emden
09.06.2012, 16:30, Neues Theater, Emden

Vierzehn - Szenenfoto

Filmfest Emden-Norderney 2012

Vierzehn
Deutschland 2012. 90 min. 35 mm. Deutsche Fassung
Regie: Cornelia Grünberg. Kamera: Heiko Merten. Musik: Carlo Inderhees.

Während ihre Freundinnen noch erste Erfahrungen mit Jungs sammeln, sind Fabienne, Lisa, Laura und Steffi bereits dabei, ihre eigenen Familien zu gründen. Ungewollt und aus Naivität sind sie im Alter von 14 Jahren schwanger geworden. Ihr Kind abzutreiben war für keine von ihnen eine Option. Auf den ersten Schock folgt eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Sorge und Vorfreude. Die Mädchen wachsen an der zunehmenden Verantwortung. Wenn sie von früher sprechen, meinen sie die Zeit vor der Schwangerschaft, als sie selbst noch Kind sein durften. Jetzt bereiten sie sich darauf vor, gute Mütter zu werden – jede auf ihre eigene Art.

Getragen wird der sensible Coming-of-Age-Dokumentarfilm vor allem von seinen starken, liebenswerten Protagonistinnen. Mit bemerkenswerter Nähe ist es der Regisseurin gelungen, die rasante Entwicklung von kindlichen Mädchen zu jungen, verantwortungsbewussten Müttern nachzuzeichnen, ohne das Geschehen jemals zu bewerten. Stattdessen erlaubt sie dem Zuschauer selbst, sich eine Meinung zu bilden.

Spieldaten
07.06.2012, 21:15, Cinestar 6, Emden
08.06.2012, 16:30, Kino im Kurtheater, Norderney
09.06.2012, 16:30, Cinestar 6, Emden

Werden Sie Deutscher - Szenenfoto

Filmfest Emden-Norderney 2012

Werden Sie Deutscher
Deutschland 2011. 84 min. Original mit englischen Untertiteln
Buch, Regie: Britt Beyer. Kamera: Jakub Bejnarowicz, Piotr Rosolowski, Andreas Hartmann. Musik/Music: Bernd Jestram.

Ein VHS-Integrationskurs und schwierige Fragen: Was ist deutscher Humor? Was bedeutet „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Und was ist eine „beleidigte Leberwurst”? Großes Rätselraten unter den Integrationswilligen aus Palästina, Bangladesh, Bulgarien oder Argentinien. Das Lernziel: „Integration“. In Deutschland führt der offizielle Weg dorthin über 600 Schulstunden, die die Quintessenz deutscher Geschichte, Kultur und Rechtsordnung vermitteln sollen. Vom Bestehen der Prüfung hängt viel ab. Jorge ist der Liebe wegen nach Berlin gekommen und möchte eine Bar eröffnen. Insaf lebt seit über 20 Jahren in Deutschland und hat nie die Sprache gelernt, weil sie immer mit Abschiebung rechnen musste. Shipon suchte ein besseres Leben und hat geheiratet, allerdings vermutet die Ausländerbehörde eine Schein-Ehe…

Regisseurin Britt Beyer hat ihre Protagonisten zehn Monate lang begleitet. Ihr ist ein auf undogmatische Art lehrreicher Film voller Situationskomik gelungen, der die berechtigte Frage stellt, was Integration überhaupt bedeuten soll.

Spieldaten
08.06.2012, 16:45, VHS Forum, Emden
09.06.2012, 16:00, Conversationshaus, Norderney
10.06.2012, 13:15, VHS Forum, Emden


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