Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 045 - 06.11.2019

Digitaler Wandel der Arbeitswelt gelingt nur gemeinsam mit den Beschäftigten und einer starken Mitbestimmung

Erstmals haben der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Niedersächsische Landesregierung eine gemeinsame Betriebs- und Personalrätekonferenz veranstaltet. Sie stand unter dem Titel: „Betriebliche Mitbestimmung und Tarifbindung im digitalen Wandel“.  Der DGB und die niedersächsische Landesregierung sind überzeugt davon, dass der tiefgreifende digitale Wandel in der Wirtschaft nur gemeinsam mit den Beschäftigten erfolgreich gestaltet werden kann und dass dafür Mitbestimmung, Tarifbindung und betriebliche Weiterbildung weiterentwickelt und gestärkt werden müssen.

„Wir stehen vor einem enormen Umbruch in vielen wirtschaftlichen Bereichen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil. „Die Digitalisierung von Produktions- und Verwal-tungsprozessen sowie vor allem auch der Technologiewandel in der Automobilwirtschaft stellen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen vor große Herausforderungen.“ Es sei bei der Konferenz sehr deutlich geworden, dass es bei den Betriebs- und Personalräten eine große Bereitschaft gebe, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten. Unternehmen seien gut beraten, dieses wichtige Potenzial zu nutzen und die Beschäftigten an den Veränderungsprozessen zu beteiligen, so der Ministerpräsident. Die Landesregierung bekenne sich klar zu einer starken Mitbestimmung und Tarifbindung. Nur gemeinsam könnten Sozialpartner und Politik die digitale Transformation stemmen.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann bezeichnete die grundgesetzlich verankerte Sozialpartnerschaft als eine der größten Errungenschaften unserer Sozialen Marktwirtschaft. „Betriebliche Mitbestimmung und Tarifautonomie haben sich bei uns in Deutschland bewährt. Heute stehen wir allerdings gemeinsam vor neuen Herausforderun-gen – die Frage, wie wir in Zeiten der Digitalisierung und des Wertewandels kollektive Interessenvertretung künftig organisieren und gestalten können, treibt die Politik ebenso wie die Gewerkschaften um. Dabei ist die Frage nicht ob, sondern wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert und weiterhin verändern wird. Um dieses ‚Wie‘ müssen wir uns gemeinsam kümmern und es gemeinsam gestalten.“

Vertreterinnen und Vertreter niedersächsischen Gewerkschaften forderten, die Mitbestimmung in Betrieben und Dienststellen auszubauen. Die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt, die durch den digitalen Wandel entstehen, verlangten nach mehr Mitspracherechten von Beschäftigten, erklärten Betriebs- und Personalräte. Dr. Mehrdad Payandeh, Vorsitzender des DGB in Niedersachsen, kritisierte, dass viele Arbeitgeber die Arbeit von betrieblichen Interessenvertretungen behindern. Er bedauerte, dass mit 44 Prozent weniger als die Hälfte der niedersächsischen Beschäftigten in einem Betrieb mit Betriebsrat arbeitet: „Betriebe, in denen Beschäftigte mitbestimmen, sind innovativer und produktiver als ihre Konkurrenz. Die Arbeitgeber müssen endlich mehr Mitbestimmung wagen. Demokratie darf nicht am Arbeitsplatz enden!“

Detlef Ahting, Landesbezirksleiter ver.di Niedersachsen – Bremen, betont: „Digitale Transformation heißt Veränderung. Damit diese erfolgreich wird, braucht es zwei Voraussetzungen: Beschäftigte müssen mitgenommen werden und einen Anspruch auf Qualifikation haben. Das braucht Tarifverträge sowie eine politische Absicherung. Dadurch sichert man sich zukunftsorientiert gute Fachkräfte.“

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen – Sachsen-Anhalt, sagte: „Die IG Metall hat einen klaren Anspruch an die Arbeitswelt im digitalen Wandel: die Beschäftigten gut mit zu nehmen in die Arbeitswelt der Zukunft. Der Trans-formationsprozess wird nur gelingen, wenn die soziale Balance stimmt und die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt werden.“

Die Betriebs- und Personalrätekonferenz wurde veranstaltet von der niedersächsischen Staatskanzlei, dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie dem DGB-Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt. Teil-genommen haben der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, der niedersächsi-sche Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Dr. Bernd Althusmann sowie 150 Betriebs- und Personalräte aus niedersächsischen Dienststellen und Betrieben unterschiedlichster Branchen.


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