Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 046 - 07.10.2020

Appell für Wasserstoffwirtschaft unterzeichnet

Unterzeichnung Wasserstoffappell

Die Spitzen der niedersächsischen Sozialpartner DGB, UVN, IG BCE, VCI, die niedersächsischen Wirtschafts- und Umweltminister sowie die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen der CDU, SPD, Grünen und FDP unterzeichnen einen gemeinsamen Appell zur Stärkung der Wasserstoffwirtschaft in Niedersachsen. DGB/Markus Prell

• Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland etablieren – Niedersachsens Stärken ausspielen!
• Gemeinsamer Appell der niedersächsischen Sozialpartner, der Landesregierung und der demokratischen Fraktionen im Landtag an die Bundesregierung
• Zentraler Beitrag zu mehr Klimaschutz und Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen

Die Spitzen der niedersächsischen Sozialpartner DGB, UVN, IG BCE, VCI, die niedersächsischen Wirtschafts- und Umweltminister sowie die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen der CDU, SPD, Grünen und FDP haben einen gemeinsamen Appell zur Stärkung der Wasserstoffwirtschaft in Niedersachsen unterzeichnet. Der Titel lautet: „Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland etablieren – Niedersachsens Stärken ausspielen!“

Der Appell beginnt: „Die Wasserstoffwirtschaft bildet das Fundament für eine moderne, klimaneutrale Industrie. Damit kann Niedersachsen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt industrieller Wertschöpfung bei gleichzeitiger Einhaltung der Klimaziele leisten. Niedersachsen fällt als Land der Erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle bei der Produktion und als Küstenland eine Schlüsselrolle bei dem Import von grünem Wasserstoff zu.“

Mit Hinweis darauf, dass die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung nur einen Anfang darstellt, bitten die Unterzeichnenden die Bundesregierung darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Niedersachsen seine Schlüsselrolle im Energiesystem der Zukunft einnehmen kann.

„Wasserstoff ist der Energieträger von morgen. Der Aufbau einer starken Wasserstoffwirtschaft gehört zum Kern der niedersächsischen Wirtschafts- Forschungs- und Klimaschutzpolitik. Norddeutschland hat alles, was es dafür braucht: Forschung, Industrie und viel Windenergie. Wir haben die Häfen, an denen Wasserstoff angeliefert und die unterirdischen Kavernen, in denen Wasserstoff gespeichert werden kann. Unsere Unternehmen haben das Wissen über den Umgang mit Wasserstoff und diese Erfahrungen wachsen täglich. Im Fahrzeugbau beispielsweise: Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen mit kombiniertem Batterie- und Brennstoffzellenantrieb sind eine niedersächsische Entwicklung. Der weltweit erste Wasserstoffzug wurde in Niedersachsen entwickelt und ist im regulären Einsatz. Unsere Stahlindustrie arbeitet daran, Kohle durch CO2 freien Wasserstoff zu ersetzen und damit die Stahlherstellung ökologischer zu machen. Das alles zeigt, es liegt an uns, die Chancen beherzt zu ergreifen, um Arbeitsplätze und Wohlstand für die Zukunft zu schaffen.“
Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

"Grüner Wasserstoff wird als Energieträger und Rohstoff zu einem zentralen Baustein der Energiewende. Und Niedersachsen hat die perfekten Voraussetzungen und die einmalige Chance, zum europäischen Leitmarkt zu werden für die Erzeugung, den Transport und die Nutzung von grünem Wasserstoff und den daraus erzeugten Produkten. Aber: Dafür müssen jetzt aufs Tempo drücken und bei erneuerbar erzeugtem Wasserstoff in die großflächige Anwendung kommen - und zwar im industriellen Maßstab. Ansonsten scheitert die Energiewende, wir reißen unsere Klimaschutzziele und verlieren unglaublich viele Arbeitsplätze. Darum ist es gut und wichtig, dass wir mit dem gemeinsamen, parteiübergreifenden Wasserstoffpapier einen erneuten deutlichen Weckruf an den Bund richten, jetzt endlich zu handeln und die Weichen in die richtige Richtung zu stellen."
Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz

„Der gemeinsame Appell für die Wasserstoffwirtschaft zeigt die Dringlichkeit. Dass die Sozialpartner, Wirtschafts- und Umweltministerium und alle Fraktionen im Niedersächsischen Landtag in einer Sachfrage mit einer Stimme sprechen, ist einmalig in der Geschichte des Landes. Wir müssen der Industrie in Niedersachsen jetzt für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft volle Unterstützung geben und notwendige Strukturen schaffen.“
Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e. V. (UVN)

„Für eine klimaneutrale Zukunft ist von grundlegender Bedeutung, dass Niedersachsen Wasserstoffland Nummer 1 wird. Niedersachsen ist sowohl ein bedeutender Wirtschaftsstandort als auch mit seinen Erneuerbaren Energien Hoffnungsträger der gesamten Energiewende. Diese Kombination ist entscheidend, um mit grünem Wasserstoff energieintensive Prozesse etwa in der industriellen Produktion CO2-neutral zu machen und damit Wertschöpfung, Beschäftigung und Wohlstand zu sichern. Grundvoraussetzungen dafür sind massive Investitionen in den Energieträger Wasserstoff und den Ausbau der Erneuerbaren Energien in unserem Bundesland. Diese Investitionen lohnen sich allerdings dreifach, denn sie sind gut fürs Klima, für die Wirtschaft und für die Arbeitsplätze der Zukunft.“
Dr. Mehrdad Payandeh, Vorsitzender Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Niedersachsen

„Mit dem Appell setzen wir uns für eine gute Klimabilanz von Anfang bis Ende der Wertschöpfungskette im Bereich der Wirtschaft und der Mobilität ein. Wasserstoff ist ein unverzichtbarer Teil eines intelligenten Energiemixes.“
Dirk Toepffer, Fraktionsvorsitzender CDU im Niedersächsischen Landtag

„Nur eine Energiewende kann einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Grüner Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle auf dem Weg zum Erreichen der Klimaschutzziele einnehmen. Norddeutschland, und insbesondere Niedersachsen, ist prädestinierter Standort für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und kann zentrale Innovationsregionen in diesem richtungsweisenden Bereich werden!“
Johanne Modder, Fraktionsvorsitzende SPD im Niedersächsischen Landtag

„Das Multitalent Wasserstoff wollen wir zum Baustein für verantwortungsvolles Wachstum und nachhaltigen Wohlstand entwickeln und können damit in Niedersachsen zum Vorreiter für technologiebasierten Klimaschutz werden.“
Dr. Stefan Birkner, Fraktionsvorsitzender FDP im Niedersächsischen Landtag

„Niedersachsen hat als Windenergieland Nummer 1 beste Voraussetzungen für den Aufbau einer klimafreundlichen und sauberen Wasserstoffwirtschaft. Sie kann vor allem in energieintensiven Sektoren dafür sorgen, sich mit dem Ende klimaschädlicher Energieträger zukunftsfähig aufzustellen. Gleichzeitig lässt sich so überschüssiger Strom aus Sonne oder Wind sinnvoll nutzen. Um dieses Potential voll auszuschöpfen, müssen vor allem auf Bundesebene die Bremsen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien endlich gelöst werden. Gleichzeitig muss der Bund so schnell wie möglich einheitliche Rahmenbedingungen für die saubere Energieerzeugung durch Wasserstoff schaffen und sich finanziell beteiligen. Niedersachsen steht bereit, um Vorreiter bei der grünen Wasserstoffwirtschaft zu werden: Kombiniert mit einer klugen Energieeffizienz-Strategie auf Landesebene können wir Spitze werden für mehr Klimaschutz und gleichzeitig für zukunftsfähige Arbeitsplätze und Arbeitsplatzsicherung.“
Julia Willie Hamburg, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag

„Der Handlungs- und Wettbewerbsdruck für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist enorm. Sowohl im niederländischen Rotterdam als auch im belgischen Antwerpen sind entsprechende Projekte bereits angeschoben worden. Wenn wir die mit der Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft verbundenen wirtschaftlichen Vorteile und Arbeitsplätze in Deutschland und besonders hier im Norden noch nutzen und sichern wollen, muss die Bundesregierung den norddeutschen Landesregierungen die entsprechende Unterstützung zusagen und sofort die nötigen Rahmenbedingungen schaffen.“
Dr. Jochen Wilkens, Geschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie Landesverband Nord


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