Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 039 - 11.10.2006

Gewerkschaften fordern mehr Mitspracherechte für Beamte

Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigen die aktuellen Zahlen der niedersächsischen Arbeitsagenturen, dass sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt dramatisch verschärft hat. So ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent auf 44.624 gesunken. DGB-Landesvorsitzender Hartmut Tölle wies darauf hin, dass Niedersachsen damit schlechter dasteht als die übrigen westdeutschen Bundesländer, in denen der Rückgang im Schnitt 2,9 Prozent beträgt. Darüber hinaus haben 3.345 Jugendliche, fast 12 Prozent mehr als im Vorjahr, Ende September noch keinen Ausbildungsplatz. Als besonders gravierend bewertet der DGB die deutliche Zunahme der so genannten Altbewerber aus früheren Schulentlassungsjahrgängen, die fast die Hälfte aller Bewerber ausmachen. Hartmut Tölle sagte: "Wir Gewerkschaften haben auf das Problem der Altbewerber wiederholt aufmerksam gemacht. Wer Jugendliche statistisch entsorgen will, handelt grob fahrlässig. Wenn Generationen von Schulabgängern keine berufliche Perspektive erhalten, droht uns gewaltiger gesellschaftlicher Sprengstoff."

Hartmut Tölle warnte davor, die dramatische Lage auf dem Ausbildungsmarkt schön zu reden: "Der niedersächsische Pakt für Ausbildung ist erfolglos, weil er nicht zur Entschärfung des Problems beigetragen hat. Wir brauchen nicht mehr Warteschleifen, sondern endlich qualifizierte Ausbildungsplätze." Die Anstrengung vieler Arbeitgeber, Betriebsräte und Arbeitsagenturen, Ausbildungsplätze zu schaffen, verdiene Anerkennung, reiche aber nicht aus, so der DGB-Landeschef.

Er wirbt seit Wochen für ein Sofortmaßnahmeprogramm, das in Niedersachsen zusätzliche 4.000 Ausbildungsplätze in außerbetrieblichen Einrichtungen schafft.

Das Programm könnte aus Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Hartmut Tölle sagte: "Langfristig ist eine branchenbezogene Ausbildungsumlage die beste Lösung, um die Ausbildungsmisere zu beheben. Im Interesse der Jugendlichen brauchen wir aber kurzfristig wirkende Alternativen. Deshalb fordern wir den niedersächsischen Ministerpräsidenten auf, sich wie sein hessischer Kollege Roland Koch für das Sofortprogramm einzusetzen."

Darüber hinaus schlägt der DGB vor die Anstrengungen zur Akquise zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsstellen zu intensivieren, die Verbundausbildung von kleineren Unternehmen, die bisher nicht ausbilden, zu fördern, Ausbildung begleitende Hilfen (ABH) auszubauen, um die Startchancen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern, das so genannte Übergangsmanagement von der Schule in die Ausbildung zu sichern und auszubauen, die Ausbildungsförderung von schwer behinderten jungen Menschen zu erweitern und den regionalen flexiblen Mitteleinsatz auszubauen.


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