Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 045 - 20.07.2004

DGB warnt Land vor Streichung der Arbeitslosenberatung

Tölle: Beratungsbedarf durch ALG II gestiegen

 

 

Die vom niedersächsischen Wirtschaftsminister Walter Hirche geplante vollständige Streichung der Finanzförderung von Beratungsstellen für Arbeitslose und SozialhilfeempfängerInnen stößt beim DGB auf Unverständnis. Durch die Umstellung auf das Arbeitslosengeld II entstehe in nächster Zeit viel zusätzlicher Beratungsbedarf, sagte DGB-Landeschef Hartmut Tölle. Unabhängige Beratungseinrichtungen könnten qualifizierte Unterstützung leisten, um betroffenen Menschen bei Fragen und Unsicherheiten zur Seite zu stehen, und so Kommunen und Arbeitsagenturen entlasten. Bisher erhalten 37 Beratungstellen in Niedersachsen eine Anteilsfinanzierung vom Land. Mit über 60 Beraterinnen und Beratern tragen sie zur materiellen, sozialen und persönlichen Stabilisierung sowie zur Förderung der Eigeninitiative arbeitsloser Menschen bei. Die geplante Streichung der Mittel bedeutet für die Beratungsstellen das Aus. "Es ist schon eigenartig, dass die Landesregierung im Bundesrat die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe unterstützt, aber gleichzeitig die Umsetzung des ALG II behindert," sagte Hartmut Tölle. "Das richtige Signal wäre es, Arbeitslose jetzt weiter durch Beratung zu fördern." Der DGB-Vertreter forderte die Landesregierung auf, das Kürzungsvorhaben spätestens im Rahmen der parlamentarischen Haushaltsberatungen einzustellen.

In diesen Tagen erhalten rund 170.000 ArbeitslosenhilfeempfängerInnen in Niedersachsen Post von ihrer Arbeitsagentur. Mit einem 16 Seiten umfassenden Papier werden detaillierte Informationen über Vermögens- und Wohnverhältnisse abgefordert. Die Agenturen wollen Auskunft über Bargeld, Giro- oder Sparguthaben, Bausparverträge und Wertsachen wie Schmuck, Edelmetalle, Antiquitäten. "Gegen den umfangreichen und komplizierten Antrag ist die Steuererklärung ein Klacks. Ohne sachkundige Hilfe ist der Antrag nicht auszufüllen," sagte DGB-Arbeitsmarktexperte Ulrich Gransee. Nach seiner Einschätzung bräuchten auch PolitikerInnen mehr als eine Stunde, um diesen Antrag vollständig auszufüllen. Der DGB-Vertreter empfahl den Arbeitslosenhilfeempfängern, den Fragebogen vor dem Ausfüllen sehr gründlich zu lesen und fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen.

 


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die Pressemitteilungen des DGB Niedersachsen

Kontakt Pressestelle

DGB Niedersachsen
Otto-Brenner-Straße 1
30159 Hannover
Telefon 0511 12601-21
Telefax 0511 12601-57


Tina Kolbeck-Landau
Pressesprecherin

Telefon 0511 12601-32
mobil 0170 6342153
E-Mail tina.kolbeck(at)dgb.de

 

Brigitta Moleski
Sekretariat

Telefon 0511 12601-21
E-Mail brigitta.moleski(at)dgb.de

Der DGB Niedersachsen im Web 2.0