Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 058 - 18.12.2020

Wohnen für alle! – Initiative für einen Pakt gegen Wohnungslosigkeit in Niedersachsen

Am heutigen Freitag haben der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Niedersachsen, die Landesarmutskonferenz und die Stiftung EIN ZUHAUSE in einem gemeinsamen Positionspapier einen Pakt gegen Wohnungslosigkeit in Niedersachsen gefordert. Der Winter in der Corona-Pandemie ist gerade für Menschen ohne eigene Wohnung eine große Herausforderung. Deshalb muss jetzt gehandelt werden!

Dr. Mehrdad Payandeh, Vorsitzender des DGB in Niedersachsen, sagte: „Jeder Mensch braucht ein Zuhause. Die eigene Wohnung ist der Ort, der Sicherheit und Schutz gibt – auch vor Krankheiten. Doch die Wohnungslosen haben diesen Schutz in dieser kalten und dunklen Jahreszeit nicht. In Niedersachsen leben immer mehr Menschen auf der Straße. Diese Menschen dürfen nicht zurück oder gar allein gelassen werden! Deshalb rufen wir zu einem Pakt gegen Wohnungslosigkeit in Niedersachsen auf. Wir müssen als erstes alles dransetzen, dass die Wohnungslosen schnellstmöglich ein Dach über dem Kopf haben. Öffnet die Türen der Hotels, der leerstehenden Gebäude, holt die Wohnungslosen aus der Kälte, schützt sie vor Corona! Zweitens wollen wir mit unserer Initiative aber auch ein Umdenken bewirken und uns perspektivisch dafür stark machen, dass Wohnungslose dauerhaft eine eigene Wohnung bekommen und die, die eine Wohnung haben, diese in der aktuellen Krise nicht verlieren. Nur so kann Niedersachsen zusammenhalten und der Krise trotzen.“

Eva Thalmeier, Sprecherin der Landesarmutskonferenz, unterstrich: „Der Winter ist für Menschen ohne eigene Wohnung grundsätzlich eine kritische Jahreszeit, dieser Corona-Winter trifft die Obdachlosen aber nochmals besonders hart. Viele gehören zur Risikogruppe und sind für eine Infektionskrankheit wie Corona besonders anfällig. Es müssen sofort mehr Unterkünfte etwa durch die Anmietung von Jugendherbergen oder Hotels zur Verfügung gestellt werden. Statt Mehrbettzimmern braucht es möglichst Einzelzimmer, um die Gefahr einer Corona-Ansteckung so klein wie möglich zu halten.“

In ihrem Positionspapier schlagen die drei Organisationen dazu verschiedene konkrete Schritte vor. Im Zuge des Pakts gegen Wohnungslosigkeit sollten auf allen Ebenen zusätzliche Mittel bereitgestellt und zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt werden, die sowohl Wohnungslosigkeit verhindern als auch die Situation der Menschen ohne Wohnung verbessern. Ziel ist, genug Wohnraum für alle zur Verfügung zu stellen. Bei der Versorgung von Obdachlosen mit Wohnungen sollte verstärkt auf Projekte nach dem Konzept „Housing First“ gesetzt werden.

Prof. Dr. Eckart Güldenberg von der Stiftung EIN ZUHAUSE betonte: „Beim Housing-First-Konzept ziehen Obdachlose sofort in die ‚eigene Wohnung‘, bekommen einen Mietvertrag und eine aktivierende Betreuung angeboten. Von internationalen Studien wissen wir: dieser Ansatz ist für die Betroffenen heilsamer als herkömmliche Unterbringungskonzepte und für die öffentliche Hand letztlich kostengünstiger. Die Stiftung EIN ZUHAUSE realisiert derzeit ein erstes Modellprojekt „Housing First“ in Hannover. Für Niedersachsen brauchen wir ein zwischen Sozial- und Bauministerium koordiniertes Sonderprogramm für besondere Bedarfsgruppen bzw. Wohnungslose, um mehr solcher Projekte in lokaler, gemeinnütziger Initiative umsetzen zu können.“

Das Positionspapier „Wohnen für alle! - Initiative für einen Pakt gegen Wohnungslosigkeit in Niedersachsen“ finden Sie unter: https://niedersachsen.dgb.de/-/vkF


Zum Hintergrund der Organisationen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Niedersachsen vertritt die Interessen von über 681.000 Gewerkschaftsmitgliedern auf landespolitischer Ebene. Er ist die politische Stimme seiner acht Mitgliedsgewerkschaften. Weitere Informationen: www.niedersachsen.dgb.de

Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen ist ein Zusammenschluss von Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege, Gewerkschaften sowie weiteren Verbänden und Initiativen auf Landesebene. Sie trägt das Problem der immer größer werdenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich in die Öffentlichkeit. Weitere Informationen: www.landesarmutskonferenz-niedersachsen.de

Die Stiftung EIN ZUHAUSE will dazu beitragen, Wohnungslose mit qualitativ angemessenem Wohnraum zu versorgen und in das Wohnumfeld zu integrieren. Dafür schafft und stellt sie Wohnraum für hilfsbedürftige Wohnungslose im Gebiet der Region Hannover und darüber hinaus in Niedersachsen zur Verfügung. Sie unterstützt die Zielsetzung des Housing-First-Konzeptes. Weitere Informationen: www.stiftung-einzuhause.de


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