Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 024 - 31.07.2014
Arbeitslosigkeit Über 50-Jähriger deutlich gestiegen

Arbeitsmarkt: DGB fordert mehr Chancen für ältere Arbeitslose

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen blickt besorgt auf die steigende Zahl der älteren Arbeitslosen. Während die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 264.727 zurückgegangen ist, nahm die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, um 3,1 Prozent auf insgesamt 84.534 Personen zu. Besonders problematisch ist die Lage der Über-54-jährigen, bei ihnen stieg die Arbeitslosigkeit sogar um 5,6 %.

 

Der DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer stellt fest: „Der Arbeitsmarkt in Niedersachsen ist gespalten. Während sich die Chance auf Beschäftigung für Menschen unter 50 Jahren in den letzten zwölf Monaten verbessert hat, hat sie sich für Über-50-Jährige deutlich verschlechtert. Je älter Arbeitslose sind, desto geringer ist ihre Chance, wieder einen Job zu finden.“ Er forderte die Arbeitgeber auf, auch älteren Beschäftigten eine Chance zu geben: „Leider besteht auf Seiten vieler Arbeitgeber große Zurückhaltung, ältere Beschäftigte anzustellen. Die Mehrzahl dieser Personengruppe ist aber sehr gut ausgebildet und verfügt über langjährige Berufserfahrung.“

 

Die Zahlen zeigen nach Ansicht des DGB aber auch, dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters der falsche Weg ist, da nach wie vor die Beschäftigungschancen älterer Beschäftigte viel zu gering sind.  Lars Niggemeyer betont: „Auch Arbeitslose brauchen die uneingeschränkte Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. Die aktuelle Regelung, Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren vor der abschlagsfreien Rente ab 63 nur unter starken Beschränkungen mitzurechnen, ist für viele Betroffenen purer Hohn.“

 


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