Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 041 - 22.10.2019

DGB-Kongress: Potentiale von Migrantinnen besser erschließen!

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen hat sich heute stark gemacht, die beruflichen Chancen für Migrantinnen zu verbessern. Empirische Befunde zeigen, dass Frauen mit Migrationsbiografie es trotz ihrer großen Potentiale oft schwer haben, eine angemessen bezahlte und qualifikationsgerechte Beschäftigung zu finden. Sie erleiden nicht nur aufgrund ihres Geschlechts, sondern auch aufgrund ihrer Herkunft Nachteile auf dem Arbeitsmarkt. Beschäftigte mit Migrationshintergrund verdienen im Durchschnitt schlechter, arbeiten häufiger zu Niedriglöhnen, in Teilzeit oder Minijobs. Der in Hannover stattfindende Netzwerk-Kongress „Die Zukunft der Arbeitswelt ist bunt und weiblich“ stellte die Kompetenzen und Potentiale von Frauen mit Migrationsbiografie in den Mittelpunkt. Rund 180 Gäste nahmen teil.

„Es ist schlimm, dass immer noch Bewerbungen mit dem Nachnamen Müller erfolgreicher sind als mit dem Nachnamen Özkan. Frauen mit Migrationshintergrund leiden darunter besonders. Dabei können wir es uns angesichts des Fachkräftemangels schon allein aus wirtschaftlichen Gründen überhaupt nicht mehr leisten, auf dieses Potential zu verzichten,“ schrieb Ministerpräsident Stephan Weil in einem schriftlichen Grußwort. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für diesen wichtigen Kongress und forderte insbesondere auch Unternehmen zum Umdenken auf.

Dr. Carola Reimann, niedersächsische Sozialministerin, ergänzte per schriftlichem Grußwort : „Gesellschaftlicher Fortschritt und Gleichstellung gehören untrennbar zusammen. Dazu gehört auch die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt. Dabei unterstützen wir die Frauen zum Beispiel mit dem Programm zur ‚Förderung der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt, kurz FIFA‘ und den ‚Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft‘, die zum Teil besondere Angebote für Frauen mit Migrationshintergrund entwickelt haben.“

Dr. Mehrdad Payandeh, Vorsitzender des DGB in Niedersachsen, betonte: „In Niedersachsen leben knapp 700.000 Frauen mit Migrationsbiografie. Sie bieten mit ihren Fähigkeiten, Qualifikationen und Kenntnissen viele verborgene Schätze für Unternehmen, Behörden und Verbände. Innovation und Kreativität sind in gemischten Teams deutlich höher als in homogenen.“ Der DGB-Vertreter forderte, Karrierehemmnisse für MigrantInnen zu beseitigen: „Dafür braucht es fachspezifische Sprachkurse und Schulungen sowie eine schnellere und umfassende Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen.“

Durchgeführt wurde der Kongress vom DGB-Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Niedersachsen packt an“. Das Projekt „Netzwerk MigrantInnen und Arbeitsmarkt Niedersachsen“, abgekürzt NeMiA, wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Eingeladen waren Fachleute aus Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und Wissenschaft.

 

 

 

 


Nach oben

Petition

Housing for All
Housing for All
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die Pressemitteilungen des DGB Niedersachsen

Kontakt Pressestelle

DGB Niedersachsen
Otto-Brenner-Straße 1
30159 Hannover


Tina Kolbeck-Landau
Pressesprecherin

Telefon 0511 12601-32
mobil 0170 6342153
E-Mail tina.kolbeck(at)dgb.de

 

Heike Robrahn
stellv. Pressesprecherin

Telefon 0511 12601-12
E-Mai heike.robrahn(at)dgb.de

 

Brigitta Moleski
Sekretariat

Telefon 0511 12601-21
Telefax 0511 12601-35
E-Mail brigitta.moleski(at)dgb.de

social media