Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 020 - 09.05.2012

DGB zum Berufsbildungsbericht: Ausbildungsreife der Betriebe häufig fragwürdig

Anlässlich der Verabschiedung des Berufsbildungsberichtes weist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) darauf hin, dass die Lage auf dem Ausbildungsmarkt für viele Jugendliche nach wie vor sehr problematisch ist, da die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich übersteigt. Niedersachsen schneidet dabei aktuell besonders schlecht ab: Im April 2012 waren bei der Bundesagentur 3.700 Bewerberinnen und Bewerber mehr als im Vorjahr registriert – gleichzeitig gibt es aber nur 1.200 mehr gemeldete Ausbildungsstellen. Bundesweit sieht die Relation deutlich besser aus. DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer sagte dazu: "Die Betriebe sind daher gefordert, in den nächsten Monaten noch deutlich mehr Ausbildungsplätze mit guter Qualität anzubieten."

Zu Recht weist der Berufsbildungsbericht darauf hin, dass die Zahl der Betriebe, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können, signifikant gestiegen ist. So gab es bei den Berufen Restaurantfachmann, Fachmann für Systemgastronomie, Klempner, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Fleischer und Gebäudereiniger erhebliche Besetzungsprobleme. Gerade in diesen Berufen gibt es aber deutliche Defizite bei der Qualität und Attraktivität der Ausbildungsberufe, wie eine ausführliche Analyse des DGB ergeben hat. In vielen Bereichen gibt es hier erhebliche Mängel, die Fragen nach der "Ausbildungsreife der Betriebe" in diesen Branchen aufwerfen. Dies gilt gerade für die Hotel- und Gaststättenbranche.

Der DGB-Vertreter erklärte: "Wenn junge Menschen als billige Arbeitskräfte ausgenutzt und ihnen keine attraktiven Berufsperspektiven für die Zeit nach der Ausbildung angeboten werden, bewerben sie sich in diesen Unternehmen nicht mehr. Wenn Betriebe für Bewerberinnen und Bewerber attraktiv sein wollen, müssen sie ihre  Auszubildenden besser bezahlen, die Qualität der Ausbildung verbessern, mehr Auszubildende übernehmen und die Ausbildungsbedingungen erheblich verbessern."

 


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