Deutscher Gewerkschaftsbund

Unsichere Jobs in Niedersachsen

15.01.2012

Unsichere Jobs in Niedersachsen

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist zunehmend gespalten. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen abnimmt, nehmen prekäre Jobs konstant zu. Eine Ursache sind die Arbeitsmarktreformen, die im Rahmen der Agenda 2010 umgesetzt worden sind. Durch sie wurden der Einsatz von Leiharbeit, die Umwandlung von Vollzeitstellen in Mini-Jobs, aber auch die Befristung von Arbeitsverträgen forciert.

Dies hat frappierende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft: Beschäftigte, die sich von einem unsicheren Job zum anderen hangeln müssen, können für sich und ihre Familien nicht langfristig planen. Da parallel dazu der Niedriglohnsektor zunimmt, können viele nicht mehr von ihrer Arbeit leben. Ihr Lohn muss vom Staat mit HartzIV aufgestockt werden. Eine bundesweite Übersicht über die Entwicklung von Niedriglöhnen in den Regionen findet sich hier.

Unsichere Jobs belasten aber auch die Sozialsysteme, da nicht ausreichend Mittel in die Sozialversicherungen fließen. Und nicht zuletzt können Beschäftigte, die nicht kontinuierlich in die Sozialkassen einzahlen, später nicht von ihrer Rente leben. Vielen droht daher im Alter Armut.

Der DGB fordert deshalb, Gute Arbeit in den Mittelpunkt der Arbeitsmarktpolitik zu stellen. Grundlage dafür ist die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes nicht unter 8,50 Euro. Außerdem muss in der Leiharbeit Equal Pay ab dem ersten Einsatztag gelten: Leiharbeitnehmer müssen auf Basis von gültigen Tarifverträgen der Stammbelegschaft bezahlt werden. Alle Formen abhängiger Beschäftigung, auch Minijobs, müssen Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Und die Möglichkeit der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen muss abgeschafft werden. Nicht zuletzt müssen öffentlichen Aufträgen und Fördermitteln in Niedersachsen an verbindliche Kriterien Guter Arbeit gebunden werden.









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Ansprechpartner Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Berufliche Bildung, Handwerk, Koordinierung Sozialpolitik

Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Berufliche Bildung, Handwerk, Koordinierung Sozialpolitik

Lars Niggemeyer

E-Mail: lars.niggemeyer(at)dgb.de

Sekretariat: Christina Weber
Fon: 0511 12601–25
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Portaitfoto Lars Niggemeyer

DGB

PM 004 - 31.01.2012
Zu vie­le Men­schen oh­ne Ar­beit - Bil­liglöh­ne kom­men Staat teu­er
Eine Jugendlsiche vor einem Logo der Arbeitsagentur
DBJR/rw
Die Januar-Zahlen für den niedersächsischen Arbeitsmarkt zeigen: Trotz Rückgang der Arbeitslosenquote sind immer noch zu viele Menschen arbeitslos. Viele verdienen außerdem so wenig, dass sie vom Staat durch Hartz IV unterstützt werden müssen. Jährlich werden dafür 365 Millionen Euro Steuergelder in Niedersachsen aufgewandt. Abhilfe schaffen könnte unter anderem ein gesetzlicher Mindestlohn.
Zur Pressemeldung
PM 016 - 06.04.2011
Im­mer mehr un­si­che­re Jobs in Nie­der­sach­sen
Menschen laufen nach Schichtende aus einem Werk
DGB/Simone M. Neumann
Unsichere Arbeitsverhältnisse haben in Niedersachsen in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Das zeigt eine Arbeitsmarkt-Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Der DGB hält deshalb eine grundlegende Regulierung des Arbeitsmarktes für dringend erforderlich.
Zur Pressemeldung
PM 006 - 22.02.2011
Nie­der­säch­si­sche Leih­ar­bei­ter ver­die­nen über 40 Pro­zent we­ni­ger
Menschen laufen nach Schichtende aus einem Werk
DGB/Simone M. Neumann
Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in Niedersachsen verdienen deutlich weniger als übrige Vollzeitbeschäftigte. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) basierend auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.
Zur Pressemeldung
PM 032 - 31.08.2011
DGB zu Au­gust-­Ar­beits­markt­zah­len: Leih­ar­beit steigt Be­sorg­nis er­re­gend
Ein Mann steht vor einer Pinnwand mit Jobangeboten.
DGB/Simone M. Neumann
Der niedersächsische Arbeitsmarkt entwickelt sich relativ konstant. Leiharbeit nimmt aber deutlich zu; außerdem haben nicht alle Personen gleich gute Chancen, einen Arbeitsplatz zu ergattern. Der DGB fordert deshalb stärker Leiharbeit zu regulieren und Arbeitslose zielgerichteter zu fördern.
Zur Pressemeldung
PM 21 - 14.06.2011
DGB for­dert Kom­mu­nen auf, bei Bür­ger­ar­beit auf Leih­ar­beit zu ver­zich­ten
Menschen laufen nach Schichtende aus einem Werk
DGB/Simone M. Neumann
DGB-Landesvorsitzender Hartmut Tölle sagte: „Öffentlich geförderte Beschäftigung zu Leiharbeitskonditionen zu schaffen, steht im absoluten Widerspruch zum Grundgedanken der Bürgerarbeit. Bürgerarbeit wird so zum Einfallstor für unsichere Beschäftigung. Öffentliche Arbeitgeber betreiben damit aktiv Lohndumping, um Tarifverträge zu unterlaufen.“
Zur Pressemeldung