Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 011/2024 - 01.03.2024
PM 011/2024

Lohnlücke endlich schließen, Erfahrungen von Frauen ernst nehmen! – Am 6. März ist Equal Pay Day

Ikon Frau und Mann gleichgestelllt

DGB/ Mohamed_hassan von pixabay via canva.com

Die Entgeltlücke in Niedersachsen stagniert bei 18 Prozent. Das heißt, Frauen verdienen durchschnittlich 4,38 Euro weniger als Männer pro Stunde – an jedem Tag. „Dieser unverändert hohe Wert zeigt: Von allein bewegt sich nichts“, so Merle Mangels, zuständig für Gleichstellungspolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Niedersachsen. „Politik und Arbeitgeber müssen endlich handeln und die Lohnlücke verringern! Ein Blick auf Europa anlässlich des Europawahljahrs zeigt, dass es auch anders geht: Deutschland hat die dritthöchste Entgeltlücke unter den Staaten der Europäischen Union!“ 

Gründe für die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern sind unter anderem die schlechtere Bezahlung in frauendominierten Branchen wie bspw. Pflege und Erziehung, die Übernahme des Löwenanteils von Haus- und Sorgearbeit inklusive familienbedingter Auszeiten durch Frauen, das Arbeiten in Teilzeit und die geringere Präsenz von Frauen in Führungspositionen.

Zur Beseitigung dieser strukturellen Hürden fordert Merle Mangels eine Landesstrategie für Entgeltgleichheit: „Die Landesregierung muss sich einen Fahrplan überlegen, wie sie für gerechtere Löhne von Frauen sorgt und somit die Lohnlücke verringert. Da ist das Land Bremen schon viel weiter. Dort gibt es bereits eine Strategie für Entgeltgleichheit.“ Diese hat Ursachen der Entgeltlücke aufgeschlüsselt und 28 Maßnahmen hierzu entwickelt – zum Beispiel der Ausbau der praxisorientieren Ausbildung für Erzieher*innen, eine Ausweitung der Tariftreuepflicht oder die Durchführung von betrieblichen Prüfverfahren zum Stand der Gleichstellung in Unternehmen.

Außerdem müsse auf Bundesebene das Entgelttransparenzgesetz dringend überarbeitet werden. „Das Gesetz, das mit dem Ziel eingeführt wurde, die Transparenz über Löhne für Arbeitnehmer*innen zu erhöhen und die Entgeltlücke zu schließen, ist nachweislich wirkungslos geblieben“, so die Einschätzung von Merle Mangels. Es müsse sich vielmehr an der weitergehenden EU-Entgelttransparenzrichtlinie orientieren.

Will man sich die strukturellen Ursachen für die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern anschauen, so lohnt es sich, Frauen zuzuhören. Der DGB Niedersachsen hat dies getan: Gemeinsam mit dem hannoverschen Klassenbuch-Verlag veröffentlicht der DGB pünktlich zum Internationalen Frauentag am 8. März ein Buch mit Geschichten von arbeitenden Frauen. Sie berichten von ihren Erfahrungen im Job. Von den Hürden, Diskriminierungen, ungleicher Bezahlung, aber auch sexualisierten Übergriffen und Abwertungen, die Frauen – leider – alltäglich auf der Arbeit erleben. Viele der Autorinnen schreiben zum ersten Mal. Das Buch „Letztens auf der Arbeit…“ kann bei merle.mangels@dgb.de bestellt werden. Es wird auch digital unter www.niedersachsen.dgb.de abrufbar sein.

 

Hintergrund:

Der Equal Pay Day markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern und fällt auf den Tag, bis zu dem Frauen statistisch gesehen umsonst arbeiten, während Männer schon ab dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Er kann sich jedes Jahr verschieben, je nach Höhe des Gender Pay Gaps.

 

 

 

 

 


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