Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 014 - 22.03.2021

DGB fordert mehr Einsatz für eine höhere Tarifbindung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert eine nachhaltige Stärkung der Tarifbindung in Niedersachsen. Anlass sind die neuesten Ergebnisse einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Daraus geht hervor, dass Beschäftigte in Betrieben ohne Tarifvertrag für längere Arbeitszeiten eine deutlich geringere Bezahlung erhalten.

Dazu erklärt Dr. Mehrdad Payandeh, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Niedersachsen: „Die heute veröffentlichten Daten sind eindeutig: Tarifverträge sind das Herzstück für gute Arbeit in Niedersachsen. Mit ihnen sind die Beschäftigten sehr viel besser dran. Die Kolleginnen und Kollegen ohne Tarifvertrag müssen für weniger Geld länger arbeiten. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Statt Lohndumping und Schmutzkonkurrenz brauchen wir mehr verantwortungsvolle Arbeitgeber, die sich an tarifliche Vereinbarungen halten. Das sichert sowohl bessere Arbeits- und Entgeltbedingungen für die Beschäftigten als auch einen fairen Wettbewerbsrahmen für alle Betriebe.“

Die Studie zeigt, dass Beschäftigte ohne Tarifvertrag mit erheblichen Nachteilen zu kämpfen haben. Selbst unter der Berücksichtigung der Betriebsgröße und der Branche fallen die Löhne von Vollzeitbeschäftigten in nicht-tarifgebundenen Betrieben um fast 9 Prozent geringer aus. Auf Basis des mittleren Bruttoentgelts von 3.880 Euro stehen bei den Beschäftigten ohne Tarifvertrag damit über 330 Euro weniger auf der monatlichen Gehaltsabrechnung. Für dieses Geld müssen sie zudem noch länger arbeiten. In nicht-tarifgebundenen Betrieben müssen die Beschäftigten im Durchschnitt knapp 50 Minuten Mehrarbeit pro Woche leisten.

Auch von der Landesregierung forderte Payandeh daher mehr Einsatz für eine höhere Tarifbindung: „Der Staat sollte jetzt ein klares Signal setzen und die Vergabe öffentlicher Aufträge an Tarifverträge koppeln. Damit würde die Tarifbindung nachhaltig gestärkt werden. Tarifflüchtige Arbeitgeber verdienen keine Steuergelder! Wirtschaftsminister Bernd Althusmann wäre deshalb gut beraten, diesen Weg zu beschreiten. Thüringen und Berlin haben als erste Bundesländer bereits Vergabegesetze mit umfassenden Tariftreuevorgaben verabschiedet. Was dort geht, muss auch in Niedersachsen möglich sein.“

Gegenwärtig werden in Niedersachsen nur noch 56 Prozent der Beschäftigten durch ein tariflich geregeltes Arbeitsverhältnis geschützt. Nur rund jeder dritte niedersächsische Betrieb ist noch tarifgebunden. Aber gerade die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben besser vor den aktuellen Risiken geschützt sind. Kurzarbeitergeld wird häufiger aufgestockt, der Arbeits- und Gesundheitsschutz wird stärker gefördert und Familie und Beruf lassen sich dank fortschrittlicher Home-Office-Regelungen besser vereinen.


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