Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 041 - 05.11.2012

Rund 22.000 junge Menschen erfolglos auf Ausbildungssuche

Niedersachsen braucht die Ausbildungsgarantie

Die heute (5.11.) von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichte Bilanz für das Ausbildungsjahr 2011/2012 zeigt aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), dass das Angebot an Ausbildungsplätzen bei weitem nicht ausreicht, um alle Ausbildungsinteressierten in Niedersachsen zu versorgen.

Zu den 1.566 Bewerberinnen und Bewerbern, die die Statistik der BA offiziell als „unversorgt“ zählt, sind 9.705 so genannte „Bewerber mit Alternative zum 30.9.“ zu rechnen. Diese mussten zum überwiegenden Teil auf Warteschleifen ausweichen und sind im Übergangssystem gelandet. Darüber hinaus haben nach Untersuchungen des Bundesinstituts für Berufsbildung rund 40 Prozent der in der Statistik geführten „anderen ehemalige Bewerber“ ihren Wunsch nach einer dualen Berufsausbildung nur aufgeschoben, da ihre Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz erfolglos blieben. Dies sind in Niedersachsen geschätzt 10.452 Personen. Somit haben sich in diesem Jahr insgesamt circa 21.723 junge Niedersachsen vergeblich um einen Ausbildungsplatz bemüht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der erfolglosen Bewerberinnen und Bewerber um fast 1.000 erhöht. Eine Verbesserung am Ausbildungsmarkt ist somit aus Sicht des DGB nicht zu verzeichnen. DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer zieht folgendes Fazit: „Es gibt ein grundlegendes Ungleichgewicht auf dem Ausbildungsmarkt in Niedersachsen: 2.600 offenen Stellen stehen insgesamt rund 22.000 erfolglose Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Somit fehlen in diesem Jahr rein rechnerisch mindestens 19.000 Ausbildungsplätze.“

Viele freie Stellen gibt es im Bereich des Hotel- und Gaststättengewerbes. Diese Branche fällt bei Untersuchungen zur Qualität von Ausbildung regelmäßig durch schlechte Arbeitsbedingungen, unbezahlte Überstunden und geringe Entgelte besonders negativ auf. Lars Niggemeyer: „Es ist nicht verwunderlich, wenn hier Stellen unbesetzt bleiben. Viele dieser Betriebe sind schlicht nicht ausbildungsreif.“ Neben den branchenbezogenen Unterschieden gibt es auch deutliche regionale Differenzen.

Da seit Jahren zehntausende Bewerberinnen und Bewerber erfolglos bleiben, sind inzwischen in Niedersachsen 18,7% aller jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung. Damit sind insgesamt rund 170.000 junge Niedersachsen abgehängt. „Diese Zahlen sind ein schlechtes Zeugnis für die Bildungspolitik der vergangenen Jahre. Dies muss sich grundlegend ändern“, so Kerstin Pätzold, Bezirksjugendsekretärin des DGB. Junge Menschen, die trotz zahlreicher Bewerbungen keinen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten haben, sollten spätestens sechs Monate nach Beginn des Ausbildungsjahres eine außerbetriebliche Ausbildung angeboten bekommen. „Die Warteschleifen des so genannten Übergangssystems, die zu keinem qualifizierten Berufsabschluss führen, müssen abgeschafft werden. Niedersachsens Jugend braucht eine Ausbildungsgarantie“, so Kerstin Pätzold. 

Die Ausbildungssituation in Niedersachsen 2012 (PDF, )

Analyse der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zum Ausbildungsjahr 2012


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