Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 057 - 30.10.2013
Noch 12.600 junge Menschen erfolglos auf Ausbildungssuche - auf eine noch unbesetzte Ausbildungsstelle kommen fünf noch suchende BewerberInnen

Zu wenig Ausbildungsplätze in Niedersachsen - Deutliche Verschlechterung zum Vorjahr

Anlässlich der heute (30.10.) von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Bilanz für das Ausbildungsjahr 2012/2013 bedauert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), dass es in Niedersachsen immer noch viel zu wenige Ausbildungsplätze im Verhältnis zur Zahl der Ausbildungssuchenden gibt. Besonders besorgniserregend ist, dass sich das Verhältnis von angebotenen Plätzen und erfolglosen Bewerben zu Lasten letzter deutlich verschlechtert hat.

So stehen laut Statistik der BA 12.601 erfolglosen Bewerberinnen und Bewerber nur 2.348 offene Ausbildungsstellen gegenüber. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist gegenüber 2012 deutlich gesunken, und zwar um rund vier Prozent. Infolge dessen gibt es 12 Prozent mehr unvermittelte Bewerberinnen und Bewerber als im Vorjahr.  Die Zahl der Ende September noch freien Ausbildungsplätze ist um 9 Prozent zurückgegangen. Der Arbeitsmarktexperte des DGB, Lars Niggemeyer stellt fest: "Das Angebot an Ausbildungsplätzen reicht bei Weitem nicht aus, um alle Ausbildungsinteressierten in Niedersachsen mit betrieblichen Ausbildungsplätzen zu versorgen. Auf eine unbesetzte Stelle kommen fünf suchende Bewerber."

Er weist zudem darauf hin, dass diese Zahlen nur einen Teil der jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz abbilden. Viele erfolglose Bewerber sind zum Stichtag der Statistik - dem 30. September und somit einen Monat nach Beginn des Ausbildungsjahres - bereits in Maßnahmen des so genannten Übergangssystems eingemündet. Die meisten von ihnen melden sich bei der BA nicht mehr als ausbildungsplatzsuchend für das bereits begonnene Ausbildungsjahr, da sie die Hoffnung aufgegeben haben. Insbesondere junge Menschen mit Hauptschul- und mittlerem Schulabschluss sowie mit Migrationshintergrund sind hiervon betroffen. In Niedersachsen befinden sich rund 43.000 Jugendliche in den Maßnahmen des Übergangsbereichs, die oftmals nur Warteschleifen sind.

Um zu gewährleisten, dass alle an Ausbildung Interessierten eine Lehrstelle bekommen, fordert der DGB eine Ausbildungsplatzgarantie. Junge Menschen, die trotz zahlreicher Bewerbungen keinen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten haben, sollten spätestens sechs Monate nach Beginn des Ausbildungsjahres eine außerbetriebliche Ausbildung angeboten bekommen. Priorität muss dabei die Vermittlung in einen betrieblichen Ausbildungsplatz sein. Wo dies nicht möglich ist, müssen außerbetriebliche Ausbildungsstellen zur Verfügung gestellt werden, die einen engen betrieblichen Anschluss gewährleisten. In regelmäßigen Abständen muss überprüft werden, ob der Übergang in eine betriebliche Ausbildung möglich ist. „Warteschleifen, die nicht zu einem qualifizierten Berufsabschluss führen, müssen abgeschafft werden. Niedersachsens Jugend braucht eine Ausbildungsgarantie“, so Lars Niggemeyer.

Viele freie Stellen gibt es im Bereich des Hotel- und Gaststättengewerbes. Diese Branche fällt bei Untersuchungen zur Qualität von Ausbildung regelmäßig durch schlechte Arbeitsbedingungen, unbezahlte Überstunden und geringe Entgelte besonders negativ auf. Lars Niggemeyer: "Es ist nicht verwunderlich, wenn hier Stellen unbesetzt bleiben. Viele dieser Betriebe sind schlicht nicht ausbildungsreif, wie der jährliche Ausbildungsreport des DGB zeigt."

 


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