Deutscher Gewerkschaftsbund

31.03.2021
#schlaglicht 12/2021

Digitale Transformation: Qualifizierung als Schlüsselfaktor

Der digitale Strukturwandel revolutioniert die Arbeitswelt. Dadurch steigt der Bedarf an Qualifizierung bei den Beschäftigten enorm. Ein Beispiel, wie Transformation gestaltet werden kann, ist die "Partnerschaft Transformation". Wie es genau funktioniert, erläutert das #schlaglicht 12/2021.

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Teaser Transformation

DGB/Meise

Homeschooling, Homestudying und Homeoffice – durch die Pandemie sind viele Teile der Arbeit und des Wissenstransfers erzwungener Maßen ins Digitale verlagert worden. Das geht mitunter mehr schlecht als recht vonstatten. Trotz der angekündigten Tatkraft von Niedersachsens Digitalisierungsministerium und weil der Markt es eben nicht regelt, ist das digitale Netz mitunter ziemlich dünn gespannt. Ein störungsfreies Bild kommt weder zu jeder niedersächsischen Milchkanne noch in jedes ländliche Wohngebiet. Höchst peinlich! Längst hätte es mehr öffentliche Investitionen in die notwendige Infrastruktur gebraucht.

Digitalisierung revolutioniert Arbeitswelt
Aber klar ist: Digitalisierung ist weit mehr als schnelle Leitungen unter die Erde zu bringen oder in Konferenzen vor dem Bildschirm zu hocken. Durch sie verändern sich Technologien und entstehen neue Produkte in hohem Tempo. Das wiederum stellt eingespielte Arbeits- und Produktionsprozesse sowie etablierte Geschäftsmodelle in Frage. Für eine nachhaltige Entwicklung des Betriebes ist diese Entwicklung im Sinne der Beschäftigten zu gestalten. Ihre aktive Einbindung ist elementar. Nur so kann der Wandel erfolgreich gelingen, können Arbeitsplätze langfristig gesichert werden.

Qualifizierungsbedarf steigt enorm
Ein Schlüsselfaktor ist die Qualifizierung. Im Rahmen der Transformation werden manche Tätigkeiten entwertet, während parallel eine große Nachfrage nach Fachkräften mit sogenannten Future Skills entsteht. 2019 haben in Niedersachsen insgesamt 38 Prozent der Erwerbstätigen an allgemeinen Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen. Die Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen fallen moderat aus (siehe Grafik). Der digitale Strukturwandel wird aber dafür sorgen, dass es in vielen Branchen auf diesem Gebiet einen erhöhten Qualifizierungsbedarf geben wird.

Grafik "Erwerbstätige mit Teilnahme an Maßnahmen in Niedersachsen"

DGB

Ein Beispiel, wie Transformation in Betrieben gestaltet werden kann, ist die "Partnerschaft Transformation". In dem bundesweit einzigartigen Projekt beraten die Bildungswerke der niedersächsischen Sozialpartner und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam die Unternehmen mit praxisbezogenen Maßnahmen. Im Fokus steht die Vermittlung von technischem Wissen aus Industrie und Produktion.

Transformationslotsen stärken Belegschaft
Das übergeordnete Ziel ist die Befähigung zur Selbstbefähigung. Mit maßgeschneiderten Lösungen werden Beschäftigte zu Transformationslotsen qualifiziert. Sie lernen Branchentrends zu erkennen, gewinnen neue Fachkompetenzen und erfassen Entwicklungspotenziale in der Belegschaft. Damit stärkt gut ausgebildetes Personal die Zukunftsfähigkeit der Betriebe und bringt Innovationen voran.

Digitale Infrastruktur braucht Investitionen
Solche Modellprojekte zeigen, in welche Richtung es im Rahmen der Digitalisierung gehen sollte. Hier werden wichtige Impulse für die Fachkräfte von morgen
gesetzt und Beschäftigung in Niedersachsen erhalten. Gleichzeitig wäre die Landesregierung gut beraten, die digitale Infrastruktur endlich flächendeckend auf das Niveau des 21. Jahrhunderts zu heben. Durch die Auswirkungen von Corona haben die strukturellen Veränderungen deutlich an Fahrt aufgenommen. Also her mit mehr Investitionen – von nichts kommt nichts!

 

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