Deutscher Gewerkschaftsbund

17.08.2016

GUTE ARBEIT SCHAFFEN, MEHR AUSBILDEN!

Statement von Stephanie Wlodarski

DGB

Interview zur Kommunalwahl 2016 mit Stephanie Wlodarski

Stephanie Wlodarksi ist 48 Jahre alt, verheiratet und wohnt in Pattensen. Die gelernte Steuerfachgehilfin ist freigestellte
Betriebsrätin bei der Gebäudereinigungsfirma Plural aus Laatzen. Beim Bezirksverband Niedersachsen-Mitte der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt arbeitet sie im Vorstand mit. Auch in der Handwerkskammer Hannover und als ehrenamtliche Arbeitsrichterin ist sie im Interesse von Beschäftigten unterwegs. Außerdem engagiert sie sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hemmingen. Auf die Frage, wie sie für Ausgleich zu all diesen Tätigkeiten sorgt, antwortet das Energiebündel: Badminton spielen!

Am 11. September sind Kommunalwahlen in Niedersachsen. Was ist dir als Gewerkschafterin bei deiner Wahlentscheidung besonders wichtig?
Ich wünsche mir, dass es endlich keine befristeten Arbeitsverträge mehr gibt! Auch Kommunen stellen ihre Leute oft nur noch befristet ein. Das ist eine Sauerei. Als öffentliche Arbeitgeber müssten sie Vorbild sein und mehr Wert auf unbefristete, gut bezahlte Beschäftigungsverhältnisse legen. Es gibt heutzutage einfach zu wenige Vollzeitjobs, von denen Menschen wirklich leben können.

Du bist Betriebsrätin bei einem Reinigungsunternehmen, das viele öffentliche Aufträge erhält. Wie zufrieden bist du mit
der Vergabepolitik der Kommunen? Stichwort Tariftreue.
Kommunen entscheiden sich meist für den günstigsten Anbieter. Die Unternehmen unterschreiben zwar eine Erklärung, dass sie sich an den Tarifvertrag halten. Aber oft ist das in der Praxis nicht der Fall.

Gibt es denn viel Missbrauch?
In der Reinigungsbranche gilt ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag. Die großen Unternehmen halten sich meist daran. Aber gerade bei den kleineren Unternehmen gibt es viele schwarze Schafe. Die Kommunen müssten die Auftragnehmer mehr in die Pfl icht nehmen. Und es müsste mehr Kontrollen geben. Aber der Zoll hat zu wenig Personal und hat in erster Linie die großen Arbeitgeber im Visier.

Jahr für Jahr bleiben tausende junge Menschen ohne Ausbildung. Müssen Kommunen mehr für gute Ausbildungsplätze
tun?
Definitiv. Sie müssen selbst mehr ausbilden, aber sie müssen auch bessere Beratungsangebote für junge Menschen schaffen.
Jugend berufsagenturen als zentrale Anlaufstellen einzurichten, halte ich für eine sehr sinnvolle Idee.

Davon abgesehen, was macht für dich eine lebenswerte Kommune aus?
Schlaue Politikerinnen und Politiker fördern das Ehrenamt. Ohne die freiwillige Feuerwehr hätten viele Kommunen große
Probleme. Aber auch in Sportvereinen wird oft ganz tolle Arbeit geleistet. Das müssen Kommunen unterstützen, durch finanzielle Zuschüsse, aber auch durch ein offenes Ohr für die Wünsche und Probleme der Ehrenamtlichen.

Wenn du Ratsfrau wärst, wofür würdest du noch sorgen?
Für genügend Plätze in den Kindergärten und Horten. Und dafür, dass Schulen ordentlich renoviert und ausgestattet werden!


 

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