Deutscher Gewerkschaftsbund

18.08.2016

GUTE BILDUNG FÜR ALLE!

Statement von Laura Pooth

DGB

Interview zur Kommunalwahl 2016 mit Laura Pooth

Laura Pooth ist Lehrerin und stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen.
Außerdem ist sie stellvertretende Vorsitzende des Schulhauptpersonalrats beim Kultusministerium. Die 38-jährige lebt in Oldenburg, ist verheiratet und hat einen siebenjährigen Sohn.

Bei den letzten Kommunalwahlen in Niedersachsen hat sich nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten beteiligt.Warum gehst du am 11. September wählen?
Lokal werden die direkt wirksamen Entscheidungen getroffen. Wir brauchen gute Politikerinnen und Politiker in den Rathäusern, damit gute Lebensbedingungen vor Ort geschaffen und weiterentwickelt werden.

Kinder sollen in Krippen, Kindertagesstätten und Horten nicht nur gut betreut werden, sondern auch Bildungsmöglichkeiten
haben. Wie kann Kommunalpolitik dazu beitragen?
Wir brauchen jetzt dringend den qualitativen Ausbau! In der Kita hat eine Erzieherin bzw. ein Erzieher im Schnitt weniger als zehn Minuten Zeit pro Kind, um auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und die Entwicklung zu fördern. Der Stufenplan „Dritte Kraft in Krippen“ der Landesregierung ist der Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig herrscht fast überall Personalmangel. Die Kommunen müssen die Arbeitsbedingungen attraktiver machen – für eine hochwertige frühkindliche Bildung.

Die Rahmenbedingungen für die Schulen werden vom Land vorgegeben. Welche Möglichkeiten haben Kommunen, um
gleiche Chancen für alle Schulkinder zu ermöglichen?
Deutschlands Schulen vergammeln. Wände sind kaputt, Decken drohen einzustürzen. Alles eine Folge der schädlichen Spar politik von Bund und Land. Die Kommunen müssen wieder investieren können: in die Ausstattung der Schulgebäude – besonders im Hinblick auf den guten Ganztagsausbau – sowie in ausdifferenzierte Angebote im musischen und  naturwissenschaftlichen Bereich. Das sorgt mit für gute Lernvoraussetzungen und Arbeitsbedingungen.

Nach der Schule hört es nicht auf, Menschen lernen lebenslang. Was können Kommunen tun, um Weiterbildung für
möglichst viele zu ermöglichen?
Die Verzahnung von Weiterbildungs- und Ausbildungsangeboten ist doch ein weiteres Argument, um an der Kommunalwahl
teilzunehmen! Manche Kommunen schaffen es, die Bildungsangebote stärker bekannt zu machen, zu vernetzen und Träger
wie Volkshochschulen oder Bildungsvereine zu erhalten, so dass die EinwohnerInnen tatsächlich lebenslang lernen können, wenn sie wollen.

Abgesehen von diesen bildungspolitischen Fragen: Was macht für dich eine lebenswerte Kommune aus?
Naja, die Bildungspolitik ist für mich schon die entscheidende Frage. Bezahlbarer Wohnraum, Zugang zu Kultur- und Freizeitangeboten für alle, ein Schwimmbad, ein funktionierender öffentlicher Personennahverkehr, intakte Straßen, Fuß- und Radwege gehören aber auch dazu!


 


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