Deutscher Gewerkschaftsbund

18.05.2018

Im Dialog mit CGIL Lombardia

Vom 9. bis 12. April 2018 war eine neunköpfige italienische Gewerkschaftsdelegation zu einem gewerkschaftlichen Dialogforum in Hannover zu Gast. Das Dialogforum setzte den Fokus auf die Themen Tarifautonomie, Sozialpartnerschaft und Mitbestimmung. DGB und Bildungsvereinigung Arbeit und Leben e.V. Niedersachsen richteten es aus. Von italienischer Seite nahm unter anderem die Generalsekretärin der CGIL Lombardia Elena Lattuada teil sowie ArbeitnehmervertreterInnen und GewerkschaftssekretärInnen insbesondere aus der chemischen Industrie der Lombardei.

Seit Jahren hat sich ein intensiver inhaltlicher Austausch zwischen der CGIL Lombardia und dem DGB Niedersachsen etabliert. In diesem Kontext hat zuletzt das von der Europäischen Union geförderte Projekt DEDALUS/ARIANNA zu wesentlichen gewerkschaftlichen Kernthemen wie der Arbeit der Europäischen Betriebsräte oder der Weiterentwicklung des Sozialen Dialogs in Europa gearbeitet.

Beim Dialogforum im April 2018 diskutierten die Teilnehmenden mit verschiedenen Expertinnen und Experten. Den Auftakt bildete ein Gespräch mit Patrick Schreiner vom Bereich Wirtschaftspolitik beim ver.di-Bundesvorstand zur aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation in der Europäischen Union. Mit Martina Manthey von der IG Metall-Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sprachen sie über die Ergebnisse der Metall-Tarifrunde, die auch in Italien viel Aufmerksamkeit erhalten hatten.

Martina Manthey (IG Metall, zweite von links) erklärt den Tarifabschluss Metall- und Elektroindustrie.

Martina Manthey (IG Metall, zweite von links) erklärt den Tarifabschluss Metall- und Elektroindustrie. DGB

Das Hauptaugenmerk lag auf der Situation in der chemischen Industrie. In Gesprächen bei der internationalen Abteilung der IG BCE-mit Michael Mersmann sowie bei einem Besuch beim Betriebsrat und der Geschäftsführung bei einer Betriebsbesichtigung wurde diese ausführlich diskutiert. Für die Wirtschaftsstruktur sowohl Niedersachsens als auch der Lombardei ist die chemische Industrie von großer Relevanz. In Niedersachsen ist die chemische Industrie mit einem Umsatz von rund 10 Milliarden Euro und einer Exportquote von über 60 Prozent die viertgrößte Industriebranche und mit über 24.000 Beschäftigten in rund 150 Betrieben über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein bedeutender Arbeitgeber. In Italien ist die Chemieindustrie insbesondere auf die Region Lombardei um Mailand konzentriert. Mit mehr als 70.000 Beschäftigten ist die Lombardei damit eine der führenden Chemieregionen Europas.

Niedersachsen packtan

Gastgeber und Gäste zusammen mit Vertreterinnen der Initiative "Niedersachsen packt an" DGB

Auch verschiedene Projektpartner des DGB Niedersachsens waren zum Dialogforum eingeladen. Undine Wahl und Annabel Hübner von der Geschäftsstelle der Initiative „Niedersachsen packt an“ in der niedersächsischen Staatskanzlei berichteten über die Integration geflüchteter Menschen. Martin Ahrens stellte die Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit vor; Lutz Stratmann und Dennis Dochtermann begrüßten die TeilnehmerInnen des Dialogforums in der Demografieagentur. Michael Buckup, Leiter des Europäischen Informations-Zentrums EIZ, berichtete von europäischen Projektinitiativen zur Dualen Ausbildung. Den Abschluss bildete Katarzyna Zentner mit ihrem Vortrag über die Situation mobiler Beschäftigter in Niedersachsen. Diese vier Projekte werden von den Sozialpartnern gemeinsam getragen.

Das dichte Programm führte zu vielen konstruktiven und spannenden Diskussionen. Nicht alle Facetten dieser wichtigen Themen konnten besprochen und vertieft werden. Deshalb ist eine Fortsetzung des Austauschs fest verabredet.


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