Deutscher Gewerkschaftsbund

29.04.2022
#schlaglicht 15/2022

Tag der Arbeit – GeMAInsam Zukunft gestalten!

Nach einem Vierteljahrhundert haben die Arbeitgeber in der Bauwirtschaft den branchenweiten Mindestlohn gekippt. Extrem kurzsichtig. Wer über Fachkräftemangel jammert, sollte besser kein Lohndumping betreiben. Als Reaktion sollte die Landesregierung in Niedersachsen Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen herstellen, meint das #schlaglicht 14/2022.

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bühne links 1. mai 22

DGB

Die beiden Vorjahre waren vor allem durch pandemiebedingte Absagen und Einschränkungen geprägt. Im Gegensatz dazu kann der diesjährige Tag der Arbeit in Niedersachsen wieder flächendeckend auf Straßen und Plätzen stattfinden. Insgesamt sind rund um den 1. Mai über 60 Veranstaltungen im gesamten Bundesland geplant, auf denen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften ein Zeichen für Solidarität setzen. Der Einsatz für gute Arbeit, sozialen Ausgleich und eine lebenswerte Zukunft ist heute mehr denn je gefragt.

Gewerkschaften solidarisch mit der Ukraine

Der Tag der Beschäftigten wird in diesem Jahr von einem schrecklichen Ereignis begleitet. Durch den russischen Angriff auf die Ukraine herrscht Krieg in Europa. Die Gewerkschaften verurteilen diese verbrecherische Aggression und stehen fest an der Seite der Opfer. Überall wo es möglich ist, leisten sie und ihre Mitglieder praktische Hilfe für die Geflüchteten. Statt weiterer Kämpfe muss es einen Waffenstillstand geben. Die Menschen brauchen Frieden!

Soziale Säule der Gesellschaft stärken

Sowohl Corona als auch der Krieg verursachen entsetzliches Leid bei den Betroffenen. Gleichzeitig haben beide Vorkommnisse soziale und ökonomische Missstände schonungslos offengelegt. Die Pandemie hat endgültig gezeigt, wie essenziell die Bildungs- und Gesundheitsberufe sind. Dennoch arbeiten die Beschäftigten dort seit Jahren permanent am Limit. In niedersächsischen Kitas gibt es zu viel wenig Fachkräfte für die Kinderbetreuung (siehe Grafik). Auch in der Pflege ist der personelle Notstand schon lange Dauerzustand. Die Lehre daraus kann nur sein, dass die soziale Säule der Gesellschaft aufgewertet wird, indem die Beschäftigten besser bezahlt und mehr Einstellungen zur Entlastung vorgenommen werden.

Grafik "Fachkraft-Kind-Relation in niedersächsischen Kitas"

DGB

An der Ukraine-Krise lässt sich unterdessen ablesen, wie fatal sich die fossile Abhängigkeit bei der Energieversorgung auswirkt. Sie treibt aktuell die Inflation nach oben, wodurch insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen finanziell extrem unter Druck geraten. Ohne die derzeitigen Energieimporte sind zudem auch die industriellen Wertschöpfungsketten in Gefahr und unzählige Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Eine gefährliche Situation.

Transformation mit guter Arbeit und Investitionen gestalten

Es ist deshalb von größter Bedeutung, dass Gesellschaft und Wirtschaft sich schnellstmöglich klimaneutral aufstellen. Um diesen gewaltigen Umbau zu einem Erfolg zu machen, müssen alle Menschen mitgenommen werden. Tarifverträge und Mitbestimmung als Herzstücke guter Arbeit sind dafür unverzichtbar. Sie garantieren den Beschäftigten die nötige Sicherheit im Wandel. Statt dem Fetisch der schwarzen Null anzuhängen, wird jetzt auf allen Ebenen ein aktiver Staat gebraucht, der mit massiven Investitionen in Klimaschutz, Transformation und Infrastruktur zur Tat schreitet und der notwendigen Modernisierung den richtigen Push gibt. Hierbei ist auch stets der soziale Ausgleich im Auge zu behalten.

Für ein solidarisches Miteinander

Genau für diese Anliegen werden die Gewerkschaften am Tag der Arbeit – und darüber hinaus – auf die Straße gehen und ihre Stimme erheben. Alle sind herzlich zur Mithilfe eingeladen, um einen aktiven Beitrag für ein solidarisches Miteinander zu leisten. So lässt sich geMAInsam Zukunft gestalten!


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