Deutscher Gewerkschaftsbund

Worauf es Sabine Banaschak ankommt...

Interview zur Kommunalwahl 2011

Sabine Banaschak

privat

Sabine Banaschak, 52 Jahre, ist Sozialarbeiterin bei der Stadt Göttingen. Zurzeit ist sie als Vorsitzende des Gesamtpersonalrates freigestellt. Sie wohnt in Gleichen in der Nähe von Göttingen und ist ver.di-Mitglied.

Sabine, warum gehst du am 11. September wählen?
Wählen ist ein Grundrecht, das mir wichtige Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Wer nicht wählen geht, stärkt letztendlich extreme Parteien, und solche, die sich nicht für allgemeine soziale Belange einsetzen.

Als Beschäftigte einer Kommune hast du einen besonderen Bezug zu den anstehenden Wahlen. Worauf kommt es dir an?
Mir ist wichtig, dass es sichere Arbeitsplätze gibt mit tarifgerechter Bezahlung. Im Moment haben viele Städte das Problem, dass sie verschuldet sind. Dann gehen die mit der Gewerkschaft vereinbarten Tarifsteigerungen leider oft zu Lasten des Personalbestandes. In Göttingen zum Beispiel gibt es klare Sparvorgaben wie eine Wiederbesetzungssperre, auch werden in den  nächsten Jahren 50 Stellen abgebaut.

Wie schätzt du das Problem Bürgerarbeit ein?
Beschrieben werden die Aufgaben der Bürgerarbeit auf dem Papier als zusätzliche Projekte und Aufgaben. Aber ich befürchte, dass auch ganz reguläre Arbeit durch Bürgerarbeiter übernommen wird. Dann entsteht ein gefährlicher Graubereich.

Hintergrund der Probleme sind die finanziellen Schwierigkeiten der Kommunen durch mangelnde Steuereinnahmen. Eigentlich ja kein kommunalpolitisches, sondern ein bundespolitisches Thema, oder?
Das stimmt. Aber KommunalpolitikerInnen müssen auf jeden Fall über ihre Parteien auf Land und Bund Einfluss nehmen, damit sich die Einnahmesituation der Kommunen verbessert. Sie müssen über ihren Tellerrand hinaus schauen und gemeinsam mit anderen Verbands- und Interessenvertretungen zu gerechteren Steuerkonzepten kommen. Sonst steht letztendlich die kommunale Selbstverwaltung auf dem Spiel..

Einige Parteien setzen nach wie vor auf Privatisierung. Sind die für dich wählbar?
Privatisierung ist nur vordergründig günstig. In Göttingen beispielsweise wurde der Reinigungsdienst zum Teil privatisiert. Das Ergebnis sind eine hohe Fluktuation der Arbeitskräfte und ein hoher Koordinierungsbedarf. Diese Nachteile werden bei der Forderung nach Privatisierung oft übersehen. Ein weiteres Problem ist, dass Private zwar Tariftreue garantieren, aber fraglich ist, ob sie auch wirklich eingehalten wird. Deshalb bin ich ganz klar gegen Privatisierung. 


Nach oben

DIREKT ZU IHRER GEWERKSCHAFT

social media