Deutscher Gewerkschaftsbund

Worauf es Carsten Bodenbinder ankommt...

Interview zur Kommunalwahl 2011

Carsten Bodenbinder

privat

Der Bauschlosser Carsten Bodenbinder ist 38 Jahre alt und kommt aus Bispingen. Bei seinem Arbeitgeber engagiert er sich als Betriebsratsvorsitzender, bei der IG BAU ist er als ehrenamtlicher Vorsitzender des Bezirks Nordostniedersachsen aktiv.

Carsten, gehst du am 11. September wählen?
Auf jeden Fall! Im Moment kämpfen viele Menschen auf der Welt für ihr demokratisches Recht auf freie Wahlen, zum Beispiel in vielen arabischen Staaten. Wir haben dieses Grundrecht und sollten es auch nutzen.

Du bist Mitglied bei der IG BAU. Was spielt für dich bei der Wahlentscheidung die größte Rolle?
Kommunalpolitiker müssen sich stärker um heimische Arbeitsplätze kümmern. Ortsansässige Firmen brauchen eine reelle Chance, an öffentliche Aufträge zu kommen. Deshalb muss bei der Vergabe dieser Aufträge die Einhaltung von Tarifverträgen die Tariftreue, berücksichtigt werden. Außerdem müssen während der Arbeit Kontrollen auf den Baustellen stattfinden. Sonst sind überall nur  Subunternehmer tätig, die keine Tariflöhne zahlen.

Meist kommt dann aber das Argument, dass das zu teuer ist.
Kommunalpolitiker sollten sich nicht immer für das billigste Angebot entscheiden, denn das ist nicht immer das beste. So manche Straße musste schon mehrmals bezahlt werden, weil die Qualität nicht stimmte und nachgebessert werden musste.

Wie könnten sich Städte und Gemeinden für mehr Ausbildungsplätze einsetzen?
Bei der Ausschreibung von öffentlichen Aufträgen muss auch darauf geachtet werden, dass Firmen bevorzugt werden, die ausbilden. Schwarze Schafe, die Lohndumping betreiben, tun das in der Regel nicht.

Die Energiepolitik spielt in letzter Zeit eine große Rolle, gerade in Niedersachsen mit Gorleben, Asse und Schacht Konrad. Siehst du da auch bei den Kommunen Handlungsmöglichkeiten?
Kommunen müssen viel umweltbewusster werden und auf energiesparende Lösungen setzen, damit wir nicht mehr so viel Energie verbrauchen. Die Sanierung und Dämmung öffentlicher Gebäude bietet enorme Einsparpotentiale. Auch bei der Verwendung von Leuchtmitteln, zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden oder Straßen und Plätzen, muss auf Energieeffizienz geachtet werden. Und die Wärme von Biogasanlagen könnte sinnvoller für die Heizung von Häusern und Schwimmbädern genutzt werden. Ich glaube, da wird noch viel zu viel vergeudet


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